5. Mschöeir.
Das Kirchdorf Buschbell, mit 90 Häusern und 520 katholischen Be-wohnern, zur Bürgermeisterei Frechen gehörig, liegt zwei Kilometer süd-lich von Königsdorf, Station der Köln-Aachener Eisenbahn, und neunKilometer von Köln. Die genannte zur Pfarre gehörige Station nebstGroß-Königsdorf mit 548 Seelen, darunter 527 Katholiken, liegt inder Bürgermeisterei Lövenich. Die nächste Post befindet sich in Königs-dors; der Haupt-Erwerbszwcig der Bewohner der Pfarre ist Ackerschaft,wozu in den letzten 20 Jahren eine schwunghafte Thonwaaren-Fabrikationin Königsdorf getreten ist.
Buschbell, in alten Urkunden einfach Belle, später Vogtsbell genannt,hat seinen jetzigen Namen von seiner Lage in der Nähe des Villenwaldesund zur Unterscheidung von dem nicht weit von da entfernten, in der PfarreGleuel gelegenen Bell-Horbell erhalten; Vogtsbell wurde es genannt nachdem Erbvogt daselbst. — Der Ort wird schon in sehr alten Urkundengenannt. Ein Diplom des Erzbischofs Anno II. von Köln vom 3. October1074 gibt an, daß u. a. der Waldzehnte (ckooirrm mlvno) zu Belle demCunibertsstifte durch Erzbischof Everger (984 —999) entzogen und ander-weitig an Kirchen und Adelige vergeben worden sei ^). Unter den Besitzungen,welche der Abtei Deutz durch Papst Engen III. mittels Urkunde vom17. Juni 1147 bestätigt wurden, war ein Hof in Belle ch. Von diesemfinden wir in spätern Zeiten keine Erwähnung mehr; wahrscheinlich ister an das Apostelstift übergegangen.
Buschbell bildete bis zur französischen Occupation eine ehemals kur-kölnische, später jülich'sche Unterherrschast, in welcher das St. Apostelstift zuKöln Grund- und Lehnsherr war. Letzteres hatte ursprünglich den Erbvogtzu ernennen, dem nur die Rechte des Stifts wahrzunehmen und zu ver-theidigen oblag. Die Stiftsvögte wußten aber mehrere landesherrlicheHoheitsrechte sich anzueignen und das Amt erblich in ihrer Familie zumachen ^).
0 Lnc., Urk., I 218. — ?) i g i zzg — Alfter, histor.-geograph. Lericon.