Berrenrath.
53
Wagen Haferstroh. Der Pächter hatte die kurfürstlichen Fuhren zuleisten, unentgeltlich drei Vorgänger zu Gleuel, Rondorf und Berren-rath zu stellen und die Steuern von den jülichschen Ländereien zu zahlen;auch alle Jahre eine Recreation den Conveutualinnen mit einer halbenOhm guten Weines, einem feisten Kalb, Hühnern und Weißbrod zugeben. Außerdem war er verpflichtet, dem Offermann zu Gleuel jährlich11 Faß Roggen, dem Pastor daselbst 4 Faß Roggen wegen eines amDorfe gelegenen Kamps zu verabreichen. Bis 1776 waren die Lände-reien an die Bewohner des Dorfes vertheilt, alsdann wurden sie ein-gezogen und verpachtet für 74 Malter Roggen, 15 Malter Weizen, einMalter Rübsamen, ein Malter Gerste, 2 Schweine ä 200 Pfund, 2 HutZucker ä 3 Pfund; zu Ostern ein feistes Kalb, 100 Eier und ein Oster-weck; statt der Recreation 24 Reichsthaler 8p6c. ^).
Gemäß der kurkölnischen Landes-Description hatte anno 1669 Berren-rath 57 Hausmannshäuser mit einer Grundfläche von 62 Morgen 3Pinten und mit 25Vi Morgen Ackerland. Im Jahre 1815 zählteBerrenrath 383 Seelen, am Schluffe des Jahres 1843: 705 katholischeBewohner und 142 Wohnungen.
Errichtung der Pfarre.
Die Errichtung der Pfarre datirt erst aus neuerer Zeit. Vordemgehörte Berrenrath zur Pfarre Gleuel. So lange das nahe gelegeneKloster Marienbrunn bestand, konnten die Bewohner von Berrenrathleichter in der Klosterkirche, als in der Pfarrkirche zu Gleuel demGottesdienste beiwohnen. Nach der Säcularisation des Klosters 1802jedoch wurde dort der Gottesdienst eingestellt, und nun war Berrenrathauf die 2779 Meter entfernte Pfarrkirche allein angewiesen. Alsbaldsuchte man nun einen eigenen Geistlichen zur Abhaltung des Gottes-dienstes in der Kapelle zu gewinnen. Das Anwachsen der Einwohner-schaft jedoch sowie die weite Entfernung von der Pfarrkirche zu Gleuelveranlaßte den sehnlichen Wunsch, daß die Kapelle zu einer selbständigenPfarrkirche möchte erhoben werden. Die manchfachen Schwierigkeiten,die Mittel für Erweiterung der Kapelle und für Dotirung der Pfarr-stelle zu gewinnen, überwand der fromme Eifer der Gemeinde.
Nachdem letztere sich mit der Pfarrkirche zu Gleuel dahin abge-funden hatte, daß dem Küster daselbst die verlangte Entschädigung von20 Reichsthaler ausgezahlt wurde, während der dortige Pfarrer undKirchenvorstand auf jede Entschädigung verzichteten, und nachdem durch
0 Nach dem Hauptbuchs des Klosters von 1753 im Landesarchiv zu Düsseldorf.