Druckschrift 
Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

2. Merrenralh.

Das Kirchdorf Berrenrath, mit 157 Wohnhäusern und 745 katho-lischen Bewohnern, gehört nebst Klosterburbach mit zwei Häusern, siebenKatholiken'und einem Akatholiken zur Bürgermeisterei Hürth. Es liegtaus der Hochebene des Vorgebirges, am Rande des Villenwaldes, mitAussicht auf die circa 12 Kilometer entfernte Stadt Köln. Ein Com-munalweg führt bei Hermülheim, 5 Kilometer, auf die Köln-LuxemburgerHeerstraße. Nächste Eisenbahnstation ist Kalscheuren, nächste Post-AgenturHermülheim. Die Bewohner der Pfarre ernähren sich größtentheils vonAckerschaft, dann von Tagelöhnerarbeiten in den nahen Forstbezirken.

Der Name Berrenrath, ehemals Berenrode, hat seine Entstehungvon der Rodung eines Brombeerengebüsches, welches sich an seiner Stelleehemals befand, wie aus einer unten näher angeführten Urkunde vomJahre 1258 hervorgeht, wo ausdrücklich von einem rubo aäiaoontselaustro (Brombeergebüsch beim Kloster) die Rede ist. Die Urbarmachungder Ländereien bei Berrenrath war jedoch schon vor dem genannten Jahreausgeführt, da Berenrode bereits in einer Urkunde von 1233 vorkommt.

Selbständige Pfarre ist Berrenrath erst seit 1850; bis dahin gehörtees zur Pfarre Gleuel, mit deren Pfarrgeschichte also auch die seinigezum größten Theile in Zusammenhang steht.

In territorialer Beziehung gehörte Berrenrath bis zur französischenHerrschaft zum kurkölnischen Amt Lechenich. Die Grundherrschaft undniedere Gerichtsbarkeit daselbst besaßen die Abtissin und der Convent desnahe bei dem Dorfe gelegenen Klosters Burbach.

Das genannte Kloster hatte von seiner Stiftung an bedeutende Be-sitzungen in Berrenrath, namentlich den Frohnhof.

Die Advocatie (Vogtei) über denselben besaß Ende des 13. Jahr-hunderts der Edelherr Lus, Graf von Cleve und Hülchrath, Herr inTomberg.

1298, des zweiten Tages nach St. Lucienfest, erklären Gras Lus,Bruder des Grafen Theodor von Cleve, und Lysa seine Gemahlin, daß