Druckschrift 
1 (1838) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie im Allgemeinen und zur Logik
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

in die Weltwci'shclt cinzufuhrrn. 3 . Abschn. 49

Dinge setzen, z. E. Bcwcgkräfte ebendesselben Körpers nach einan-der gerade entgegengesetzten Richtungen, und da heben die Gründeihre beiderseitigen Folgen, nämlich die Bewegungen wirklich auf.Daher will ich fürjetzt diese Entgegensetzung die wirklicheinnen (oi>i>o8itio iletualis). Dagegen nennt man mit Recht solchePradicate, die zwar verschiedenen Dingen zukommen und eins die Folgedcs anderen unmittelbar nicht aufhebcn, dennoch eins die Negativedes anderen, insoferne ein jedes so beschaffen ist, daß cs doch ent-weder die Folge dcs anderen, oder wenigstens etwas, was ebensobestimmt ist, wie diese Folge und ihr gleich ist, aufheben könnte.Diese Entgegensetzung kann die mögliche heißen (vppositio po-teiitislis). Beide sind real, d. i. von der logischen Opposition un-terschieden, beide sind in der Mathematik beständig im Gebraucheund beide verdienen es auch in der Philosophie zu sein. An zweiKörpern, die gegen einander in ebenderselben geraden Linie mitgleichen Kräften bewegt sind, können diese Kräfte, da sie sich imStoße beiden Körpern mittheilen, eine der anderen Negative genanntwerden, und zwar im crsteren Verstände durch die wirkliche Ent-gegensetzung. Bei zwei Körpern, die auf derselben geraden Linie inentgegenstehender Richtung sich mit gleichen Kräften von einander ent-fernen, ist eine der anderen Negative; allein da sie ihre Kräfte sichin diesem Falle nicht mittheilen, so stehen sie nur in potentialerEntgegensetzung, weil ein jeder ebensoviel Kraft, als in dem ande-ren Körper ist, wenn er auf einen solchen, der in derselben Rich-tung, wie jener bewegt wäre, stieße, in ihm aufheben würde. Sowerde ich es auch in dem Nächstfolgenden von allen Gründen derMen Entgegensetzung in der Welt und nicht blos von denen, diedm Bewegkräften zukommen, verstehen. Um aber auch von denübrigen ein Beispiel zu geben, so würde man sagen können, daßdie Lust, die ein Mensch hat, und eine Unlust, die ein anderer hat,in Potentialer Entgegensetzung stehen, wie sie denn auch wirklichgelegentlich eine die Folge der anderen aufheben, indem bei diesemrealen Widerstreit oftmals einer dasjenige vernichtigt, was der an-dere seiner Lust gemäß schafft. Indem ich nun die Gründe, welcheKant s. W. l. 4