Druckschrift 
1 (1838) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie im Allgemeinen und zur Logik
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

Versuch, den Begriff d. neg. Größen in d. Wcltwcisheit cinzuführen. 25

metaphysischen Intelligenzen von vollendeter Einsicht anlangt, somüßte man sehr unerfahren sein, wenn man sich einbildete, daß zuihrer Weisheit noch etwas könnte hinzugethan, oder von ihremWahne etwas könnte hinwcggcnommen werden.

Erster Abschnitt.

Erläuterung des Begriffes von den negativen Größenüberhaupt.

Einander entgegengesetzt ist, wovon Eines dasjenige aufhebt,was durch das Andere gesetzt ist. Diese Entgegensetzung äst zwie-fach; entweder logisch durch den Widerspruch, oder real d. i. ohneWiderspruch.

Die erste Opposition, nämlich die logische, ist diejenige, woraufman bis daher einzig und allein sein Augenmerk gerichtet hat. Siebesteht darin, daß von ebendemselben Dinge etwas zugleich bejahtund verneint wird. Die Folge dieser logischen Verknüpfung ist garNichts (niliil neKstivnm irreirrsesentsliile), wie der Satz desWiderspruchs es aussagt. Ein Körper in Bewegung ist auch Etwas(eoAitsbile); allein ein Körper, der in Bewegung und in ebendemselben Verstände zugleich nicht in Bewegung wäre, ist garNichts.

Die zweite Opposition, nämlich die reale, ist diejenige, da zweiPrädicate eines Dinges entgegengesetzt sind, aber nicht durch den Satzdes Widerspruchs. Es hebt hier auch Eins dasjenige auf, was durchdas Andere gesetzt ist; allein die Folge ist Etwas (coKitadilo).Bcwegkrast eines Körpers nach einer Gegend, und eine gleiche Be-strebung eben desselben in entgegengesetzter Richtung widersprecheneinander nicht und sind als Prädicate in einem Körper zugleichmöglich. Die Folge davon ist die Ruhe, welche Etwas (rexrae^«entabile) ist. Es ist dieses gleichwohl eine wahre Entgegensetzung.Denn was durch die eine Tendenz, wenn sie allein wäre, gesetzt