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Der Begriff der negativen Größen ist in der Mathematik !lange im Gebrauch gewesen, und daselbst auch von der äußerstenErheblichkeit. Indessen ist die Vorstellung, die sich die Mchresten da-von machten, und die Erläuterung, die sie gaben, wunderlich undwidersprechend; obgleich daraus auf die Anwendung keine Unrichtig-keit abfloß; denn die besonderen Regeln vertraten die Stelle derDefinition und versicherten den Gebrauch, was aber in dem Urtheilüber die Natur dieses abstractcn Begriffs geirrt sein mochte, blieb imüßig und hatte keine Folgen. Niemand hat vielleicht deutlicherund bestimmter gewiesen, was man sich unter den negativen Grö-ßen vorzustellcn habe, als der berühmte Herr Professor Kästner*),unter dessen Händen Alles genau, faßlich und angenehm wird. Der jTadel, den er bei dieser Gelegenheit auf die Einthcilungssucht einesgrundabstracten Philosophen wirst, ist viel allgemeiner, als er da-selbst ausgedrückt wird, und kann als eine Aufforderung angesehenwerden, die Kräfte der angcmaßten Scharfsinnigkcit mancher Den-ker an einem wahren und brauchbaren Begriffe zu prüfen, um seineBeschaffenheit philosophisch festzusetzcn, dessen Richtigkeit durch dieMathematik schon gesichert ist; welches ein Fall ist, dem die falscheMetaphysik gerne ausweicht, weil hier gelehrter Unsinn nicht soleicht, wie sonsten das Blendwerk von Gründlichkeit zu machen ver-mag. Indem ich es unternehme, der Weltweishcit den Gewinnvon einem annoch ungebrauchten, obzwar höchst nöthigen Begriffezu verschaffen, so wünsche ich auch keine anderen Richter zu haben,als von der Art, wie derjenige Mann von allgemeiner Einsicht ist,dessen Schriften mir hiezu die Veranlassung geben. Denn was die
) Anfange-gr. der Arithm. S. 59—60.