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Urkunden zur Geschichte der Universität Tübingen aus den Jahren 1476 bis 1550
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14771545.

und den Schreiber dieser Annalen, welche für den Augenblick verlorensind, aber wohl wider zum Vorschein kommen könnten, machen sie keineAngabe. Es ist indess namentlich nach der Aussage Zellers S. 242 zu ver-muthen, dass dieselben nach Crusius entstanden sind, und dann ist alleWahrscheinlichkeit dafür, dass sie von Johann Martin Rauscher her-rühren, welcher 1613 an der Universität angestellt in Crusius Fussstapfentrat und allerlei historisches sammelte. Die grossen Lücken der Zeit, dieein Jahrhundert und mehr hinter ihm lag, konnte er nicht ausfüllen, aberer mochte manches noch wissen, was für uns verloren ist, desshalb ist derVerlust immerhin zu bedauern.

Die Matrikel selbst leidet an manchen Lücken. Manche Namen, dienothwendig darin stehen sollten, fehlen. Die Aufzeichnungen, welche wäh-rend der zahlreichen Answanderungen der Universität, wo ihre einzelnenFacultäten z. B. in Rottenburg, Dornstetten und Nagold zerstreut waren,je von den Decanen gemacht wurden, sind gewiss nicht vollständig einge-tragen. Und nach der eigenen Angabe der Matrikel ist die ganze Listedes Sommers 1582 unter des Peter Brun Rectorat vollständig verlorengegangen, ohne dass Seuchen oder Krieg dabei Schuld hätten.

Eine genauere Beschäftigung mit dieser anscheinend trockenen Namens-liste wird zeigen, dass dieselbe mancherlei Material in sich schliesst undfür das Verständniss der Zeit Beiträge liefert. Nicht blos der Adel, denwir in den Kämpfen Ulrichs widerfinden, ist unter den Schülern stark ver-treten, sondern auch Bauernsöhne aus den kleinsten Dörfern strömen ingrösserer Zahl zu als heute.

Peter und Konrad Brun ziehen eine ganze Sippschaft aus Kirch-heim am Neckar nach sich, die sich ohne weiteres den Namen der Patroneund Vetter beilegen. Das kleine Dornstetten, das in Martin Planscheinen einflussreichen Sohn in Tübingen hat, liefert mehr Studenten alsnachher in einem Jahrhundert. Ebenso Wildberg wegen des BalthasarKäuffelin. Während Joa. Camerars Wirksamkeit ist der Zuzug ausNürnberg ausserordentlich und zeigt, welches Vertrauen der Mann sichdort erworben hatte, wenn schon der Niirnbergische Rath bei'seinem Weg-gang von dort sagen musste, dass er allhie ganz wenig Auditores gehabt.H. W. Heerwagen zur Gesch. d. Nürnb. Gel. Schulen 1526 bis 1535. 2 ,25. Orte , in welchen Chorherrnstifte, Schulen, bessere Klöster sich befan-den, wie Wiesensteig, Munderkingen, Weissenhorn usw. sind-in einem Ver-hältniss vertreten, das ihre sonstige Bedeutung weit übersteigt. Aber auchfür die Kenntniss der Personennamen und ihre Bildung wird diese ListeAusbeute liefern. Die imperativischen Namen z. B., die später unkennt-lich werden oder ganz verschwinden, sind noch zahlreich wie Stiguff,Flüguff, Esenbri, Hockenschness, Springinshus, Springinhafen, Gibinsliecht,Küssenpfennig, Zerrenweck, Gwingut u. a.

Im Druck weggelassen ist der Eintrag über Zahlung der Gebühr fürdie Inscription, welche während des ganzen Zeitraums vom zweitenRector an die früher intitulierten waren frei sechs Schilling beträgt