Druckschrift 
Urkunden zur Geschichte der Universität Tübingen aus den Jahren 1476 bis 1550
Entstehung
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Der folgende Abdruck umfasst die zwei ersten Bände der Matrikel,Fach V, 24. 25. Der erste derselben trägt die aus einem älteren Einband aus-geschnittene und auf den Deckel geklebte Ueberschrift:

Liber primus matricule gymnasij literarij Tubingensis ab a.natalis Christi- 1477 , quo primum fundamentum et exordiumfoelici sumpsit sydere, vsque in annum 1519.

Aspiret coeptis deus optimus maximusque.

I. M. S.

Ebenso steht auf dem zweiten Band:

Liber secundus matricule almi gymnasij literarij Tubingensisab a. natalis Christi 1520 vsque in a. 1545.

I. M. S.

Ein hier folgender mit rother Farbe geschriebener Spruch ist bis aufwenige Reste verwischt, aus welchen nur zu errathen ist, dass es ein latei-nisches Distichon war.

Diese Matrikeln sind nicht die ursprünglichen vom Rector gemachtenAufzeichnungen, sondern Abschriften derselben, durch den Notar oder einenanderen Schreiber zum Theil flüchtig und schlecht geschrieben. Von 1529an finden sich einzelne Einträge von der Hand der Rectoren. Die ursprüng-lichen Namenslisten sind als blose Concepte nicht aufbewahrt worden. DieUniversität wollte vielmehr diese Reinschrift als Urkunde betrachtet wissen.Das geht schon daraus hervor, dass dieselbe auf Pergament geschriebenist. Daneben besitzt das Archiv der U. eine zweite jüngere Abschriftebenfalls auf Pergament, bis zum J. 1526 reichend und eine dritte aufPapier bis zum J. 1614, in einem starken Folioband. Beide haben für denbetreffenden Zeitraum die erwähnten Bände zur Vorlage, welche sie nichtselten falsch lesen. Fach V, 28. 29.

Eine Bürgschaft dafür, dass die Namen in der Liste so erscheinen, wieihre Träger sie geschrieben hätten, ist also nicht vorhanden. Der Rectorschon schrieb, wie er den Namen hörte. Der Abschreiber mag sich eben-falls Freiheiten gestattet haben. Vermuthlich sind auch die lateinischenUebersetzungen wie Calceatoris, Castratoris, Currificis usw. auf Rechnungdessen zu setzen, der den Eintrag machte, während der Student sich nachwie vor Schumacher, Nonnenmacher oder Wagner nannte.