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Urkunden zur Geschichte der Universität Tübingen aus den Jahren 1476 bis 1550
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Bürste.

haus für Bedürftige geworden war, liess die Sorge für dessenUnterhaltung nach. Die Beiträge aus öffentlichen Mitteln na-mentlich an Früchten bis zu 300 Scheffeln jährlich flössenunregelmässig, der Besuch der Anstalt wurde ungleichförmig.Kurz vor der Reformation zählte laut den erhaltenen Rechnungender Bursrectoren die Bursa re alium 3 Magister und 19 Scho-laren, die Bursa modernorum 42 Personen. Nach der Ver-einigung beider finden wir 1543 und nachher sogar bis 80 und90 Bursalen. Rector war damals durch eine Reihe von JahrenJohannes Mendlin von Tübingen (s. S. 234), früherer Priorin Bebenhausen, der sein Amt gern und gut verwaltet zu habenscheint. Er machte 1576 kurz vor seinem Tod selbst eine Stif-tung, aber nicbi zur Burse sondern zum Martinianum.

Die Facultät hatte an dem Hause eigentlich nur noch dasInteresse, dass sie den Rector stellte und einigen ihrer Mitgliederaus dessen Verwaltung kleine Geldbezüge zuflossen. Gleichzeitighat das fürstliche Stipendium, dessen Zöglinge längereZeit in der Bursa zu Gast gewesen waren, die bekannte theo-logische Anstalt, welche jetzt die Bezeichnung des evangelischtheologischen Seminars führt, gemeinhin aber mit dem altenNamen das Stift heisst, den grössten Theil der Aufgabe vonBurse oder Contubernium übernommen. Und in den Einrich-tungen dieses Hauses lebt noch heute die alte Bursenordnungfort.

Unbemittelte Lehrer suchten auch noch im 17. Jahrhundertden Posten des Rectors, wie Wilhelm Schickard (von 1 Glü an).Obgleich das Contubernium stets eine Anzahl von Bewohnernhatte, scheint es gleichwohl schon gegen Ende des 16. Jahrh.vorzugsweise eine billige Speiseanstalt für Externe gewesen zusein. M. Crusius erwähnt, dass 1591 sich 109 Tischgänger dortsättigten um den Preis von 13 Schilling oder 7 Batzen in derWoche '. Eine erziehende Aufgabe hatte die Anstalt nicht mehr.Der dreissigjährige Krieg zerrüttete sie wie alles übrige. Undobwohl man sie wieder etwas aufrichtete, so ist doch gegen Endedes Jahrhunderts in den Berichten des Senats »dieses verarmbte

1 1695, in einer »theuren nnd betrübten Zeit« war der Preis auf 18bis 20 Batzen gestiegen.