42. Ulrichs Ordnung der Artisten, 20. Juli 1544. 285
ordnet, sollen also in Contubernio gehalten vnd gelesenwerden.
Damit aber vnser Schul zu Tiiwingcn durch die Exercitiadisputandi vnd declamandi, sonder auch mit lesen nachuolgenderKünsten dester herrlicher in vffgang gebracht werden mög, Sosollen nachuolgeude Professores Artium ire lectiones vnd gemelteexercitia nach Anschickung der facultet publice in aula m a-iori halten vnd vollenden, so lang vnd vil bis den Artisten ainsonder aigen Lectorium geordnet vnd gebawen werdt.
Als Ethicam soll lesen Mathias Illiricus am morgenvmb sechs vr, vnd im lesen, wie er zuthun wol waist, die saclidahin richten, Vif das die zuliörer ine leichtlich versten vndden gemeinen brauch auch iebung di-er kunst begreiffen megen,Vnd insonderhait vleiß fürwenden, damit die Schüler in gutentilgenden vnd sitten erbawet vnd geziert werden. Er soll auchden Schülern ad Studium dicendi allweg Sentenz mainung vndvile der notwendigen liandlungen anzaigen vnd fürmalen.
Derselbig Illiricus soll auch ietzt also verordnet sein, daser alletag nach mittag vmb ain vr die Griechisch Lection mitvleiß versehen thue, vnd nit allain dasihenig, das zu 1liederlicherbegreiffuug vnd verstand diser sprach gehörig, Sonder auch diefürnembsten, nützlichsten vnd treifenlichsten in solcher sprachScribenten oder Autliores vnder handen neme, als Homerum He-siodum Euripidem Sophoclem Demostenem Isocratem, etlicheBüchlin Plutarchi vnd Xenophontis vnd anderer dapfferer Lererin diser sprach, darus die Zuherer vnd schuler mit dapfferer vndansehenlicher Leer zuwissen vnd Zureden vnderricht vnd begabtwerden megen, vnd von disen baiden Lectionen soli Ime vonder Vniuersitet fürohin iiirlich 150 guldin geraicht vnd bezaltwerden,
Rhetoricam vnd Oratoriam soll alle tag am morgenvAib siben Vr M. Benignus lesen vnd mit bestem Vleiß disalso anrichten, vff das declamandi exercitium angericbt vnd ingang gebracht werden nieg. Vnd für sollich sein Lection sollime fürterhin von der Vniuersitet bezalt werden iärlicli 100guldin.
Dieweil dann Mathematica nit die geringst vnder denbonis artibus ist, So soll fürterhin derselbigen Professor auch im