37. Reformation der Univ. 1534.35.
173
Okt. seine Räthe Bernhard von Göler ', den Marschall Jo-hann Konrad von Thunnn nnd den Docto r PhilippLang. Sie hören die Wünsche der Universität und zögern nicht— was der U. besonders am Herzen liegt — die ausserordent-liche Befugniss der Reformatoren für erloschen zu erklären. Da-mit ist B1 a r e r s Auftrag in Tübingen, dem er sich nicht ge-wachsen gezeigt und dessen Verfolgung er selbst schon entsagthatte, förmlich geschlossen.
Das Ergehniss dieser Reihe von Berathungeu ist die vom3. Nov. 1530 datierte Ordination, welcher der beruhigendeTitel gegeben wird: Confirmatio Privilegiorum Uni-versitatis, s. unten N. 39.
Johannes Brenz von Weil der Stadt und damals Pre-diger in Hall, also ein Reichsstädter, der nicht in Tübingen,sondern in Heidelberg seine Studien gemacht hatte, erscheint am3. Dec. vor dem Senat und erklärt, dass er auf den Ruf desHerzogs und der Universität vom Rath in Hall für die Dauereines Jahrs Urlaub erlangt habe, um hier zu lehren (ut profes-sorem theologias et pietatis nobiscum hie agat). Ausserdem seier verpflichtet im Fall ausserordentlichen Bedürfnisses auch schonfrüher heimzukehren. Zunächst könne er nicht bleiben, sondernwerde um die Mitte der Fastenzeit widerkommen.
Anfang Aprils 1537 trifft er ein und lässt sieb am 17. indie Matrikel einzeichnen. Er bringt, nachdem kaum vor wenigenMonaten die neue Ordnung ausgegeben war, weitere Artikelmit sich, nach denen fürder gelebt werden soll, undlegt dieselben am 11. der Universität vor. S. unten N. 40. Die-selben lauten streng und zeigen, wie langsam das neue Bodengewann.
Die nächste Aufgabe neben den Vorlesungen ist für ihn dieVollendung der früher nicht perfect gewordenen Statuten.Dabei hat die Regierung sich des ihr dargeboteneu Vortheils be-dient und bringt den Entwurf als ihre Vorlage ein am 3. Mai.Domini Br ent ins et Camerarius commissarii Principis, ex
1 Dieser B. Göler von R a v e n s b u r g hatte in seiner Herrschaftim Kraichgau bereits reformiert. Brenz widmet ihm schon 1534 einesseiner Bücher.