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Urkunden zur Geschichte der Universität Tübingen aus den Jahren 1476 bis 1550
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37. Reformation der Univ. 1534.35.

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vom Herzog die Herbeiziehung des S. Grynseus verlangte hUnter den Theologen fand er nur bei Balthasar KäuffelinEntgegenkommen, das aber nicht ganz aufrichtig und von kurzerDauer war; dem streitbaren Clallus Müller musste er dieKanzel verbieten lassen. Und erst nach des Grynseus An-kunft, im Anfang Novembers beginnen ernstliche Verhandlungenmit der Universität, von deren mühsamem Hergang die vorste-henden Aufzeichnungen erzählen.

Den Rath der Universität bilden zu dieser Zeit folgendeMänner.

1. Der Theologen Senior ist Peter Brun, von den Refor-matoren der Mönch genannt, welcher oben S. 110 ff. erwähntist. Ferner Gallus Müller von Fürstenberg, zugleich Stadt-pfarrer. Er war als Freiburger Baccalaureus 1509 nach Tübingengekommen. Die Reformation vertreibt ihn wieder nach Freiburg,von wo aus er Hofprediger des Königs Ferdinand i.u Innsbruckwird. 1537 stiftet er mit seinem ganzen Vermögen eine Bursein Freiburg Domus S. Galli genannt und stirbt 1546 in Meran.F. X. Werk Stift. Urk. von Freiburg 128 ff.

Balthasar Käuffelin aus Wildberg inscr. 1510, Doctor1521, ein in den Geschäften der U. bewanderter, auch in seinerArt gelehrter Mann. Herzog Christoph nennt ihn einen ver-dienten Lehrer. Er stirbt 1559.

Johannes A rm brüste r von Walddorf in der Nähe Tü-bingens, der jüngste der Facultät, inscr. 1520, ist im Winter1534 auf 35.Rector. Er erhält später ein Canonicat in Würz-burg, ist aber im Sommer 1535 noch da.

2. Die Juristen sind: Johann IIemminger von Vaihin-gen inscr. 1490, angesehener Lehrer und Sachwalter, der sichzur Reformation hält und z. B. gemeinsam mit Blarer ein Be-denken darüber abgibt, wie Universitas mit Professoren zu be-stellen (Aichmann), schon 1537 in den Rath nach Stuttgart be-rufen wird und dort 1549 stirbt.

Georg Simler aus Wimpfen kommt kaum mehr in Be-tracht. Von ihm schreibt Blarer am 17. Febr. 1535: Simlerus

1 Schreiben an den Herzog vom 29. Sept.: Br ist warlich ein frommerselerter türer vnd nit bald vergleichlicher mann.