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Urkunden zur Geschichte der Universität Tübingen aus den Jahren 1476 bis 1550
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37. Reformation der Univ. 1534.35.

Herzogs beschränken und den Inhalt derselben ganz beiseite lassen, ge-macht habe, lässt sich nicht sicher bestimmen. Angehängt sind dieserAusführung kurze Notizen über Beschlüsse des Senats, die sich nur theil-weise auf die Umgestaltung der Universität beziehen. Offenbar ist dasPapier nur durch Zufall zu den Acten gekommen, verdient aber hier auf-genommen zu werden, weil es die einzige Erzählung der Vorgänge ist, diewir aus dem Kreise der Universität haben.

Die Geschichte der Umgestaltung der Univer-sität findet man hei Schnurr er Erl. 289 ff. Heyd Ulrich3, 125 ff. Keim Blarer 63 ff. und Th. Pressei Blaurer 381 ff.vgl. auch Stalin W. G. 4, 400. Hier soll daher nur eine chro-nologische Uebersicht mit Einreihung einiger aus den Acten derU. sich ergebender Daten aufgestellt werden.

1534. Wenige Tage nach der Schlacht hei Laufen 14. Mai,durch welche Herzog Ulrich in den Besitz des Landes kommtund dessen Reformation bevorsteht, wenden sich die StrassburgerTheologen mit Rathschlägen an ihn. Die streng lutherischeRichtung wünschten sie vermieden, ein Zwinglianer war nichtmöglich, und so schlugen sie in dem Magister A m b r o s i u sBlarer aus Constauz einen in Schwaben bereits erprobten mil-den Mann des Mittelwegs vor, neben ihm als gelehrten Beistandden Simon Gr ynaeus aus Vöhringen, Lehrer der griechischenSprache in Basel. Zunächst wird jener am 24. Juli berufen,trifft am 30. in Stuttgart ein und findet alsbald dogmatischeSchwierigkeiten bei den Lutheranern, welche mit Mühe ausge-glichen werden. Mit dem Auftrag das obere Laud zu reformie-ren fällt auch die Universität in seinen Sprengel.

Blarer hatte in Tübingen studiert und kannte den Boden '.Aber als er gegen Ende August dort eingetroffen am 2. Septem-ber das Predigtamt übernommen hatte, erschien ihm die Aufgabebei der Universität so schwierig, dass er nach wenigen Wochen

1 Zur Berichtigung der Angaben bei seinen Biographen dient, dassBl. schon am 17. Jan. 1505, noch nicht 13 Jahre alt, hier inscribicrt. DieUniversität diente zugleich als höhere Lateinschule. Dagegen wird erbaccalaureus erst am 23. Dec. 1511 und zwar als Prater aus Alpirsbacli.Er ist also kurz nach Beginn seiner Studien ins Kloster gegangen und vondort auf die U. zurückgekonunen. Magister wird er gleichzeitig mit 13.Käuft'elin am 24. Juni 1513.