Par. XXIX. Cap. XXIII, 24.
201
sagten im Namen des R. Simeon ben Jochai: R. Me'ir hat die Worteausgelegt Ps. 78, 32: „Bei all dem sündigten sie fürder und glaubtennicht an seine Wunder“ d. i. unser Vater Jacob, der nicht geglaubthat und darum auch nicht gestiegen ist. Gott sprach zu ihm: Wenndu geglaubt hättest, so würdest du gestiegen und dann nicht mehrgefallen sein; nun aber, da du nicht geglaubt hast und nicht ge-stiegen bist, werden deine Kinder dereinst von vier Reichen in dieserWelt mit Tributen (Frohnen), Beisteuern, Strafgeldern und Kopf-geldern geknechtet (belastet) werden. In dieser Stunde fürchtete sichJacob und sprach vor Gott: Herr der Welt! soll dieser Zustandewig dauern? Da wurde ihm die Antwort Jerem. 30, 10: „Aengstigedich nicht, Israel, denn siehe, ich bin dein Helfer von Ferne,“ sowie es heisst Jes. 39, 3: „Aus fernem Lande sind sie zu mir ge-kommen, von Babel.“ Es heisst ferner Jerem. 30, 10: „Und deinenSamen aus dem Lande seiner Gefangenschaft,“ von Gallia, Apameaund ihren Genossinnen. „Und Jacob kehrt zurück“ von Babel (baby-lonische Gefangenschaft), „rastet“ von Medien, „und ist ruhig“ vonGriechenland, „und niemand setzt ihn in Schrecken“ von Edom,„und ich mache allen Völkern, wohin ich dich zerstreut habe, denGaraus“ d. i. ich reibe die Völker der Welt auf, die ihre Felderaufzehren (und nicht das Eckstück für die Armen übrig lassen);„dich aber werde ich nicht aufreiben“ d. i. die Israeliten aber, welcheihre Felder nicht aufzehren, wie es heisst: „Schneide nicht völligdie Ecke deines Feldes ab,“ werde ich nicht aufreiben. „Ich züchtigedich durch Gericht“ d. i. ich züchtige dich durch Leiden in dieserWelt, um dich frei von deinen Sünden zu machen für jene Welt.Wann? „Im siebenten Monat.“ Jehuda bar R. Nachman begannmit Ps. 47, 6: „Gott steigt auf in Jubelschall, der Ewige mit Po-saunenschall.“ In der Stunde, wo Gott sitzt und auf den Throndes Rechts steigt, besteigt er ihn mit Gerechtigkeit (Recht). Was heisstdas: „Gott steigt auf mit Jubelschall?“ In der Stunde, wo dieIsraeliten die Posaunen (Schophar) nehmen und vor dem Heiligen,gebenedeit sei er, blasen, erhebt er sich vom Throne des Rechtsund begiebt sich (setzt sich) auf den Thron der Barmherzigkeit, wiees heisst: „Der Ewige mit Posaunenschall,“ und wird mit Erbarmenüber sie erfüllt und er erbarmt sich ihrer und wandelt das Straf-mass (die Eigenschaft des Rechts) in Barmherzigkeit (in die Eigen-schaft der Barmherzigkeit). Wann? Im siebenten Monat.
R. Josua begann mit Ps. 89, 16: „Heil dem Volke, das denPosaunenschall kennt, Ewiger, sie wandeln im Lichte deines Ant-litzes.“ Diesen Vers legte R. Abuhu auf die fünf Alten aus, welchedas Schaltjahr festsetzten.*) Was thut Gott? Er verlässt seineRäthe ( avy/Ckutrfi ) oben, steigt herab, beschränkt seine Schechina
*) Es waren nicht fünf, sondern drei; es ist eine Meinungsverschieden-heit darüber in beiden Talmuden.