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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Abraham Salvmo.

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Als sollte der letzte Schimmer von Juda erlöschen, traf zur selbenZeit das herbe Loos der Verbannung die Gemeinden der Provence,in deren Mitte, wie auf der pyrenäischen Halbinsel, das Erbe ausder Glanzzeit, wenn auch nicht vermehrt, so doch vor Verkümmerungund Geringschätzung gewahrt wurde. In den Städten dieses Land-striches, Marseille, Arles, Aix, Tarrascon, in dem Ursitzder Troubadouren-Poesie, wurden der von Maimuni vererbte Geistwissenschaftlicher Forschung und die neuhebräische Dichtung treu gepflegt.Die Arzneikunde hatte die treuesten Pfleger an Juden, welche trotzdes kanonischen Gesetzes von den provencalischen Fürsten und Grafenvorgezogen wurden. Abraham Salomo aus St. Maximin warein gesuchter Arzt und als Leibarzt des Grafen Rens bei ihm sobeliebt, daß er ihn von allen Abgaben befreite. Er war auch philo-sophisch gebildet i). Bo net de Lates war ein ausgezeichneterArzt und Mathematiker, er wurde später Leibarzt des Papstes Leo X'-).Aus Marseille sind bekannt Co mp rat Mose, Sch ul Ham DavinAtarb). Der zur Zeit berühmte Pierre de Nostradamus,Urgroßvater des Mystikers und Astrologen Michael Nostradamus,war jüdischen Ursprungs H.

Da die Provence nicht zum eigentlichen Frankreich gehörte,sondern eigene, selbstständige Herrscher, die Grafen von der Provence,hatte, so theilten die Juden derselben nicht die Vertreibung ihrerStammgenossen aus Frankreich ein Jahrhundert vorher, sondernblieben unangefochten und waren meistens bei den Machthabern wohl-gelitten. Der vorletzte Graf Rens hatte besonders den provencalischenJuden Gunst zugewandt. Er hatte milde Gesetze für sie erlassen, daßsie unbeschränkt Handel und Künste betreiben, auch die Arzneikunst trotz des kanonischen Verbots daß sie als Steuerbeamte undGutsverwalter für den Adel zugelassen werden und neue Zuzüglersich im Lande ansiedeln dürften. In ihrem religiösen Thun und Lassensollten sie völlige Freiheit genießen und darin nicht von Christen gestörtwerden. Sie brauchten auch nicht nach dem Gebote des schismatischenPapstes Benedikt XIII. und der Kirchenversammlung zwangsweise auf-gelegten Bekehrungspredigten beizuwohnen. Ein hoher Beamter unterdem Titel Conservateur sollte sie in ihren Privilegien schützen. Als

8adio David Da/ov, vseivo äs Xlsayai-guivir . . . gus no teuiau ina.)wrvonsolaeiou ä gusllos missradiss gus ser vsväiäos por essiavos kl losänäios, souoeisnäo su »aturai pisäaä.

Nostradamus, distoirs äs Draues p. 618. , Vgl. Bd. IX Note 2.

b) Aus dem Archiv von Versailles Rsvus äss Ütuäss äuivs IX p. 67.

Vgl. Groß, Monatsschrift 1878 p. 697.