Manoel's spanische Eheverbindung.
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ihr, da ihr meines Schutzes gewiß seid?"^). Das Wort des Königswar aber keineswegs ein wirksamer Talisman gegen die Bosheitder Judenfeinde. Leicht wäre es in Portugal selbst zu einer Blut-anklage gekommen, wenn sie nicht die Gewandtheit einer Jüdinvereitelt hätte. In ihr Haus hatte nämlich ein Christ, der das Kindeiner Nachbarin in der Aufwallung erschlagen hatte, die Kindesleichegeworfen und noch dazu die Schergen hineingeführt, bei ihr Haus-suchung zu halten. Die Jüdin band die Leiche an ihren Leib undstellte sich an, als wenn sie in Kindesnöthen wäre. Die Haussuchungergab daher nichts. Später kam der Mord des Christen an dem
Kinde an den Tag, der Mörder selbst machte Geständnisse, und dieJüdin, befragt, was aus der Kindesleiche geworden, leugnete Anfangsihr Manöver, gestand aber zuletzt, als sie über die Folgen beruhigtwurde, ihre List ein. Der König Manoel bewunderte ihre Klugheit ^).
Kurz, sehr kurz war indeß der Glücksschimmer der Juden unterManoel; die finstere Bigotterie des spanischen Hofes verwandelte ihnin schauerliches Düster. Sobald der junge König von Portugal denThron bestiegen hatte, war das spanische Königspaar darauf bedacht,eine Heirathsverbindung mit ihm einzuleiten, um an dem feindlichenNachbar einen Freund und Bundesgenossen zu haben. Es ließ ihmdie jüngere Tochter, Johanna, die wegen ihrer Eifersucht und ihreswahnsinnigen Benehmens berühmt gewordene Fürstin, antragen.Manoel ging gerne ans diese Verbindung ein, hatte aber ein Augeauf die ältere Schwester Jsabella II., welche früher mit dem Jn-fanten von Portugal verheirathet und bald darauf Wittwe gewordenwar. Jsabella hatte zwar eine entschiedene Abneigung gegen einezweite Ehe; aber ihr Beichtvater wußte sie zu überreden und gab ihr
dlo. 12 und 13 in Jbn-Bcrga's Lalrelist cksöuäa. heißt es: in 1-'^w Nun gab cs in Spanien keinen König Manoel, sondern
nur in Portugal. Wahrscheinlich gehören die dort erzählten Begebenheiten indie letzte Zeit der Juden Portugals. Freilich war Manoel nicht der SohnAffonso's V.; indessen mag diese Einzelheit dem Tradcnten entfallen sein,oder es ist eine Corruptcl für: -firn mn p. Der Inhalt verstößt nicht
gegen die Geschichte aus der Zeit des portugiesischen Manoel. Höchstens könnteauffallen, daß der König von seinem Erlasse zu Gunsten der Inden„in früherer Zeit" spricht (das. x. 37), während er im Beginne des dritten Jahresseiner Negierung die Juden Vertrieb. Indessen kann das eine Ungcnauigkcitdes Erzählers sein. Das angebliche Sendschreiben eines Juden an den römischenSenat aus einer alten Chronik über die Behandlung der Juden nach ihrerBesiegung durch die Römer —das dort dem König Manoel mitgetheilt wird —ist im Geschmack dieses Königs, welcher Chroniken liebte. — Die dort Ro. 12erwähnte Stadt rmgm kann eben so gut Ucanha im Gebiete von Lamego sein.
2) Jbn-Bcrga a. a. O-