Die Auswanderung.
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Heimath nicht überwinden. Je näher der Tag des Scheidens heran-rückte, desto mehr durchwühlte er das Herz der Unglücklichen. DieGräber der Vorfahren, das war ihnen das Theuerste, davon konntensie sich am schwersten trennen, und der Gedanke daran erfüllte sie mitdüsterer Trauer. Die Gemeinde der Stadt Vitoria schenkte, um dieEntweihung der Gräberstätte zu verhüten, der Commune den jüdischenFriedhof mit dem dazu gehörigen Acker für ewige Zeiten unterder Bedingung, das; er niemals abgebrochen, noch bepflügt werdensollte. Es wurde eine Urkunde über diese Schenkung ausgestellt,welche der jüdische Richter (Rabbiner), der Vorsteher und derBürgermeister der Stadt mit noch anderen Unterzeichneten. Derletztere mußte die übernommene Unverletzlichkeit des jüdischen Fried-hofes beschwören H. Die Juden von Segovia brachten drei Tagevor ihrer Auswanderung auf den Gräbern ihrer Vorfahren zu,vermischten mit deren Staube ihre Thränen und rührten durch ihreherzzerreißenden Klagen die Gemüther der Katholiken"). Die Leichen-steine rissen sie aus, nahmen sie mit als theure Religuien oderschenkten sie den zurückbleibenden Marranen.
Endlich rückte der Tag heran, an dem die spanischen Judenzum Wanderstabe greifen mußten. Sie hatten sich noch eine Galgen-frist von zwei Tagen ausgewirkt und durften statt am 31. Julizwei Tage später das Land verlassen, und es fiel gerade auf denTrauertag des neunten Ab, der so vielfach an den Untergang derHerrlichkeiten im Alterthum erinnert und so oft im Verlaufe derjüdischen Geschichte die Söhne Jsrael's in Trauer und Schmerzsah s). Etwa 300,000 Juden H verließen das Land, das sie so sehr
1) Die Urkunde bei ^.maäor III. p. 610 f. Gaon ist in dieser Urkunde öfterverschrieben für davon — düaoon. Im Jahre 1851 erfuhr das jüdischeConsistorium von St. Esprit, daß aus diesem Begräbnißplatz Ausgrabungengemacht und Gebeine hcrausgcnommcn worden wären, wendete sich an denStadtrath von Vitoria und erinnerte an den Vertrag von vor 850 Jahren.Der Alcadc gab hierauf einen befriedigenden und urbancn Bescheid. Das. 611 f.
2) dolinsuarss üwtoi'is, äs 8eAovIa o. 35.
2) Abrabancl bemerkt, daß sich die Auswanderung auf wunderbare Weisebis zum 9tcn hingczogcn hat (zu Jeremias v. 1): nx enm inen Hy -wen nrnxb mm exo >!2 nmr-n M' N'NI wenn eNewo inr'e- inwbll lno nem WIMM le
mn imn nbmnb iniwnnn wirvn is nen iwn nw pw. (zu Hosea e. 6): ni nrniNL'u pnnmn wo wenn ne'le>l . . . nnbv in» nnson nwx olmm mm . . . pinmn n^mn.nnre nw-x n-e> '.n nww- ln nrn w',n w->n . . . exe >2 w> n>n enn nn nnni wDer letzte Termin war aber 31. Juli ---- 7. ^.b. Die Juden müssen sich also nochzwei Gcduldtage ausgewirkt haben. Abrabancl, der schon früher nach Neapelausgcwandert war, wußte davon nichts und hielt das Zusammentreffen desAuswandcrungstagcs mit dem 9ten Hd für eine Art wunderbare Tragik.
a) Note 10.