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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Die Blutanklage in Trient.

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In der Osterwoche (1475) ertrank nämlich in Trient in derEtsch ein kaum dreijähriges Christenkind, Namens Simon, ein Sohnarmer Eltern, und die Leiche wurde gerade beim Hause eines Judenan einem Rechen festgehalten. Dieser eilte, um Mißdeutungen zuvor-zukommen, zum Bischof Hinderbach, um ihm Anzeige davon zumachen. Der Bischof nahm zwei hochgestellte Männer mit, begabsich an Ort und Stelle und ließ das ertrunkene Kind in die Kirchebringen. Sobald sich die Nachricht davon in der Stadt verbreitete,erhoben Bernardinus und andere judenfeindliche Pfaffen ein wüthendesGeschrei gegen die Juden: daß sie das Kind gemartert, getödtet undins Wasser geworfen hätten. Man stellte die Leiche des angeblichgemordeten Kindes aus, um die Wuth des Volkes gegen sie zustacheln. Der Bischof Hinderbach ließ darauf sämmtliche Juden vonTrient von Groß bis Klein in Fesseln werfen, stellte den Prozeßgegen sie an, und ein Arzt, Matthias Tiberin us, wurde zugezogen,um den gewaltsamen Tod des Kindes zu bestätigen. Ein getaufterJude, ein Schönschreiber Wolfkan aus Regensburg, trat bei dieserGelegenheit mit den boshaftesten Beschuldigungen gegen seine Stamm-genossen auf. Sie fanden um so eher Glauben, als die gefangenenJuden unter der Folter bekannten, Simon zerfleischt und dessen Blutzum Passah-Abend getrunken zu haben. Brunetta soll die Steck-nadeln dazu geliefert haben. Bei einem Rabbiner Mose soll einBrief gefunden worden sein, den man aus Sachsen empfangen habe,Christenblut für die nächste Ostern zu liefern. Nur ein Gefolterter,Namens Mose, erlitt alle Qualen geduldig, ohne das Lügengewebeder Feinde durch seine Aussagen zu bestätigen. Das Ende war, daßsämmtliche Juden von Trient verbrannt, und der Beschluß genehmigtwurde, daß sich kein Jude dort niederlassen dürfe. Der Arzt Tobiassoll sich entleibt haben. Zum Christenthum traten nur vier Personenüber und wurden begnadigt H.

*) Die lügenhaften Quellen darüber zum Zeugnisse für das Martyrium8auoti 8iiuouis parvi in den Xota Lauatoruu» (Bollandisten) zum 24. Märzbei L^ovius Xuualos ooelos. zum Jahre 1475 und Ra^ualäus nun. seel.zum selben Jahre, Ende. Bernardinus' Antheil daran Xota sauet, zum27. Oct., bei Wadding, Xuualss üliuoinuu XIV. p. 132 f. Auch in Di. Eck'sVerlegung des Judcnbüchlcins Bogen X 8 fg. wird die Geschichte in boshafterWeise geschildert. Diese Nachrichten sind zumeist aus Tibcrinus' lügenhaftem,kroAraiuiua" an den Rath und die Gemeinde von Brixen geschöpft. Vcrgl.auch Gemeiner, Regensburgische Chronik III. S- 567 f. Von jüdischer SeiteJoseph Kohcn Liusk l»n-Laella p. 79. Die Lügenhaftigkeit des Martyriumsund die Beleuchtung des Factums hat kritisch und warm dargestellt Wagenseil:die Hoffnung auf die Erlösung Israels, S. 105 ff.

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