Simon Duran. 181
sich in einem Commentar zum „Führer" auf eine Widerlegungderselben einließ ^).
Beim besten Willen kann Simon Duran nicht einmal JosephAlbo und Joseph Jbn-Schem-Tob an die Seite gestellt werden. Erbesaß allerdings Kenntnisse in Mathematik und Astronomie, that sichauch ein wenig darauf zu Gute, besaß auch philosophische Gelehrsamkeit,wußte über alle religionsphilosophische Schlagwörter ein Langes undBreites zu sprechen und verfaßte ein umfangreiches Werkes, dasdiesem Thema gewidmet war, worin er überhaupt von allen Dingenund von noch manchem Anderen verhandelte. Aber ein klarer Zu-sammenhang bestand in seinem Kopfe keineswegs oder richtiger, meta-physische und wissenschaftliche Fragen berührten ihn nur oberflächlich.Wo sich bei ihm eine folgerichtige Gedankenreihe zeigt, ist sie vonJoseph Albo entlehnt. Jünger des mittelmäßigen Rabbiners En-VidalEphraim 3), ging auch seine talmudische Gelehrsamkeit mehr in die Breiteals in die Tiefe. Da er aber ein außerordentlich fruchtbarer rabbi-nischer Schriftsteller war und bis in sein hohes Alter Commentarien,Abhandlungen und Gutachten über talmudische Themata verfaßte^),so galt er den Späteren als eine bedeutende Autorität. Bei all' seinerumfangreichen Gelehrsamkeit war aber Simon Duran ein Rabbinervon beschränktem Gesichtskreise, und das Wissen hatte keinerlei Einflußauf seine Gesinnung. Simon Duran hielt seinen Blick stets auf seinGeburtsland, die Insel Mallorca, gerichtet, von wo er wegen desJudengemetzels hatte entfliehen müssen (o. S. 61). Die Ueberbleibselder Gemeinde Palma, einst reich und zahlreich, wurden durch denBekehrungseifer des fanatischen Mönches Vicente Ferrer noch mehrgeschwächt und verringert. Dennoch herrschten in ihr heftige Streitig-keiten, und Simon Duran richtete öfter Ermahnungsschreiben an sie,sich mit einander zu vertragen und sich zu erinnern, daß mehr dieZwistigkeiten als die Bosheit der Fanatiker die einst bedeutendeGemeinde zu einem so kläglichen Zustande heruntergebracht haben.Mehr aber noch als die Unverträglichkeit rügte Simon Duran diereligiösen Vergehungen an den Gemeindegliedern von Palma. Erschalt sie aus, daß sie vertrauten Verkehr mit den getauften Juden,den Neubekehrten, unterhielten. Er verkündete der Gemeinde von
RL8PP. Nose Hn8vIiIeLi' 117 sä. 2oIIris^v p. 56d.
2) nmn vergl. o. S. 166. Anmcrk. 1.
Vergl. Saulus Fraukel-Graetz, Monatsschr., Jahrg. 1874 S. 458 undUssxp. des Simon Duran II. Uo. 256.
Er giebt selbst das Verzcichniß seiner Schriften zu Ende des zweitenund dritten Theils seiner Uesponssu an. Sein Hauptreligionswcrk ist vwn