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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

sittlichste und verwerflichste H. Das unschuldigste Buch Pirke di R.Elieser, das nichts weniger als philosophisch ist, schuldigte er an; eslehre das Vorhandensein einer ewigen Materie, aus welcher Gott dieWelt geschaffen, weil es in agadischer Harmlosigkeit predigt: Gotthabe den Himmel aus dem Lichte seines Gewandes und die Erdeaus dem Schnee unter dem Throne Gottes geschaffen^). Lügenhaftbehauptete Gerouimo ferner, daß der Talmud den Juden Eide zubrechen lehre, wenn sie dieselben im Voraus am Versöhnungstage fürungültig und als nicht geschehen erklärten. Eine skrupulöse Anordnungin Betreff der Eide und Gelöbnisse verwandelte er in eine Gewissen-losigkeit ^). Er folgerte daraus, daß die Juden den von ihnen ge-leisteten Eid gegen Christen nicht halten. Es versteht sich von selbst,daß dieser Apostat die Verleumdung des Alfonso von Valladolid(VII.8 S. 320) wiederholte, als verwünschten die Juden die Christenin ihren täglichen Gebeten. Alles, was im Talmud Feindseligestheils gegen Heiden, theils gegen «postalische Judenchristen aus-gesprochen ist, das deutete Geronimo der Art, daß es sich auf

Christen bezöge^); eine Fälschung, welche die schlimmsten Folgen hatte.Denn die Judenfeinde schrieben und sprachen diese tödtlichen An-schuldigungen ohne weiteres nach. Als die Angriffe auf den

Talmud wider Erwarten Gegenstand der Disputation wurden, ver-

theidigten die Vertreter des Judenthums die vorgebrachten Anklage-stellen, wurden aber so sehr bedrängt, daß sie in zwei Parteien

zerfielen. Don Astrüc Levi überreichte eine schriftliche Erklärung °),daß er den Agada-Stellen im Talmud, welche als Anklagepunktegegen denselben geltend gemacht wurden, keine Autorität beilege, sie für

Iractstus contra lalinncl c. 1, 2.

2) Das. c. 3.

Meines Wissens ist Geronimo der Erste, welcher die Kol-l^iärs-Formclzum Gegenstände der Anklage gemacht hat. Seine Worte lauten, nachdem erdie Talmndstclle, welche gerade diese Vorkehrung zur Vereitelung eines Ge-lübdes nicht billigt, citirt hat (das. c. 3): . . st isto rnoäo ntuutur

all praesens isti llnäaei. Hain in nocts ants äisrn sxpiationuin stat

lladlii in sz-naAvAa tensns rotnlnin IsAis in draelrüs, et oinnss lluciaeicorarn ipso enin ma^ua solenrnitats, eaelenr verda proksrens supraäicta(gnoä surainsnta, pronrissiones et Vota, guas acciäsriut sibi per totunrsnnnin, nullanr valorern Iradeant), et in lroc intelliKunt. gnoä sine onereviolanäi guocienngns tscernnt surainentnin, et siAnanter 6lrristiano.

4) Das. c. 46.

b) Vergl. Note 8. Jrrthümlich stellt Amador auf (a. a. O. p. 441), alshätten sich Astrüc Levi und sein Anhang, d. h. die zwanzig Notabeln, außerAlbo und Vidal Fcrrcr vom Judcnthum völlig losgcsagt. Sie haben nurerklärt, daß die anstößigen Agada-Stellen für sie keine Autorität haben.