Geronimo de Santa Fs.
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vollen Lage keineswegs gewachsen. Als die Einladung an sie erging,zitterten sie. Obwohl sie unter einander verabredet hatten, mit Be-sonnenheit und Gelassenheit aufzutreten und zu disputiren, demGegner nicht in die Rede zu fallen und überhaupt geeint und ge-schlossen zu handeln, so wichen sie doch von ihrem Vorsatze ab, gabensich Blößen und zerfielen zuletzt in Parteiungen.
Der boshafte Abtrünnige Geronimo hatte im Aufträge des schis-matischen Papstes vorher ein Programm entworfen, welches den Gangder Disputation leiten sollte. Zuerst sollte aus dem Talmud undanderen damit verwandten Schriften bewiesen werden, daß der Messiasbereits erschienen und in Jesus von Nazaret auferstanden sei. Wenndieses Mittel fehlschlagen und nicht eine massenhafte Bekehrung derJuden — wie sich der päpstliche Hof schmeichelte — herbeiführensollte, dann sei ein Vertilgungskrieg gegen den Talmud zu eröffnen,weil er lauter Abscheulichkeiten enthalte und die Verblendung derJuden bestärke. Zu diesem Zwecke arbeitete Geronimo de Santa Fszuerst eine Schrift zur Begründung von Jesu Messianität und Gött-lichkeit aus jüdischen Schriftwerken aus. Er trug darin Alles zu-sammen, was bis dahin an Scheinbeweisen, Sophistereien und Schrift-verdrehungen , auf einer trüben und sinnlosen Auslegung beruhend,von seinen Vorgängern geleistet worden war, fügte neuen Blödsinnhinzu, erhob naive, harmlose, spielende Agada - Stellen zu wesentlichenGlaubenslehren und widerlegte was jüdischerseits bis dahin öfterdagegen geltend gemacht worden war. Er stellte vier und zwanzigBedingungen auf, welche sich beim Erscheinen des Messias erfüllenmüßten, und gab sich Mühe nachzuweisen, daß sie sich sämmtlich inJesus erfüllt hätten. Als Hauptbeweismittel galt ihm die Voraus-setzung, daß die Christen das wahre Israel bildeten und in der gött-lichen Gnade an die Stelle des jüdischen Volkes getreten seien, unddaß die biblischen Bezeichnungen: „Berg, Zelt, Tempel, HausGottes, Zion, Jerusalem" allegorisch von der Kirche zu verstehenseien. Die Nothwendigkeit der allegorischen Deutung von Bibelstellenbewies Geronimo von jüdischen Auslegern selbst; Maimuni, RaschiJbn-Esra und Mose de Gerona hätten sie ja angewendet. Als Probenseiner lächerlichen Beweisführung mögen einige Punkte herausgehobenwerden. Wie Johannes von Valladolid sah er in der unregelmäßigenSchreibweise eines Buchstabens in dem Worte eines JesaianischenVerses ein tiefes Geheimnis; von der Jungfräulichkeit Maria's und derErfüllung der messianischen Zeit bei Jesu Ankunft H. Einen anderen
*) In dem ti'notutus eoutrs. .Inäusvi'um psrtläluin (vcrgl. Note 3) heißtes e. 2: Illu snien liten-a, insin (in vsesn cksssins ö, 6: .nie'rrT! nomsn