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Geschichte der Juden.
Don Fernando eine Einladung an die gelehrtesten Nabbinen undMänner der Schrift des Königreichs Aragonien ergehen (25. Nov.1412), dass sie sich zu einem Religionsgespräche in Tortosa einfindenmögen. Da sollte ihnen der in der jüdischen Literatur belesene ApostatJosua Lorqui — dessen Nathschlüge dabei maßgebend waren und derdie Hauptrolle spielen sollte — aus dem Talmud beweisen, daß derMessias bereits erschienen sei und in Jesus seine Verkörperung ge-funden habe. Durch alle Mittel wollte der päpstliche Hof auf diehochstehenden Juden einwirken, um sie für den Uebertritt zu gewinnen.Dann, wenn erst die Fahnenträger der Juden das heilige Lager ver-lassen haben, würden die Gemeinden, der Troß, von selbst Nachfolgen.Die Einzuladenden waren von Geronimo besonders bezeichnet und vomPapste durch die Bischöfe zur Betheiligung aufgefordert und von ihmoder dem Könige mit Strafe bedroht worden, wenn sie sich nicht einfindensollten. Was sollten die Berufenen thun? Sich einfinden oderausbleibcn, annehmen oder ablehnen war gleich gefährlich. So er-schienen denn zwei und zwanzig Z der angesehensten Juden Aragoniens.An ihrer Spitze war Don Vidal Ben-BenvenisteJbn-Labi(Ferrer) aus Saragossa, ein Mann von altem jüdischen Adel, vonAnsehen und Bildung, Arzt und neuhebräischer Dichter; fernerJoseph Albo aus Monreal, ein Jünger des Chasdal Crescas, einMann von philosophischen Kenntnissen und himmelsreiner Frömmig-keit; Sera ch ja Halevi Saladin aus Saragossa, der Uebersetzereines arabisch-philosophischen Werkes; Mathatia Jizhari (En-Duran?) aus derselben Stadt, ebenfalls ein gebildeter SchriftstellerAstrüc Levi aus Daroca oder Alcanes, ein angesehener Mann inseiner Zeit; ferner Don Tod ros aus der geachteten Familie derJbn-Jachja, ein ehrwürdiger Mann; Ben-Ast ruc aus Gerona,den der Pseudo-Papst dringlich einladen ließ, weil er in den Neligions-schriften besonders kundig sei.
Obwohl sämmtliche berufene jüdische Notabeln allgemeine Bildungbesaßen und Don Vidal gut lateinisch sprach, so hatte doch keiner vonihnen jene Seelenstärke und Charaktergröße, die auch dem boshaftestenFeinde imponirt, wie sie Nachmani zeigte, als er ganz allein zweienerbitterten Widersachern, dem Dominikaner de Penaforte und demApostaten Pablo Christiani, kräftig und entschieden gegenübertrat(VII." 131). Die gehäuften Demüthigungen und Verfolgungen hattenauch ihnen, den Hervorragendsten der Judenheit, den Mannesmuthbenommen und sie zu Schwächlingen gemacht. Sie waren der gefahr-
Vcrgl. das Einzelne über die Disputation von Tortosa und über dieQuellen Note 3.