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Geschichte der Juden.
welche nicht zum Kreuze als einem Rettungsanker gegriffen hatten,waren von Sorgen für die Sicherheit ihres Daseins erfüllt undkonnten nicht an Fortsetzung oder Aufrichtung des Gemeindeverbandesdenken. Viele hatten zur Rettung ihres Lebens die mit jüdischemBlute vielfach gefärbten Stätten verlassen. Aus Castilien waren diean der Grenze der noch in den Händen der Mohammedaner befindlichenGebiete Wohnenden dorthin geflüchtet. Granada, Malaga, Almeria undandere Städte im mohammedanischen Andalusien im Süden, welcheseit der Ausweisung durch die fanatischen Almohaden von Juden ge-mieden waren, bevölkerten sich wieder durch jüdische Flüchtlinge U-Die Gehetzten aus den nördlichen Landestheilen suchten Schutz inPortugal, wo sie auch nicht weich gebettet waren"). Der jungecastilianische König Heinrich III. oder seine Räthe sahen wohl ein, daßdie eingetretene Zerrüttung den Rückgang des Wohlstandes undbedeutende Einbuße an der Einnahme für den Staat und den Hofherbeigeführt hatte, und versuchten, die alte Ordnung durch Beschützungder Juden vor Wiederholung der Wuthausbrüche wiederherzustellen.Mit schweren Strafen wurden diejenigen bedroht, welche wagen sollten,die Ruhe der Juden zu stören oder sich an ihrem Eigenthum zuvergreifen (1395). Daraufhin, auf das Wort des Königs ver-trauend, hatten sich Glieder der Gemeinde Cordova und andererStädte des Südens bestimmen lassen, aus dem Gebiete derMohammedaner wieder in ihre zerstörten Wohnplätze zurückzukehren.Juan von Aragonien, von denselben Rücksichten geleitet, widerrief seinEdikt, daß in Barcelona keine zusammengehörende Gemeinde bestehensollte, und gestattete dem dort gebliebenen winzigen Reste sich durchein Gemeindestatut zu reorganisiren mit Rabbinern und Gemeinde-beamten wie in früherer Zeit b). Aber weder der eine, noch der
andere König haben ihren für die Juden günstigen Erlassen Nach-druck gegeben, um sie thatkräftig durchzuführen. Hat doch derCastilier das Ungeheuer Ferran Martine;, den Urheber so vielerGräuel, den Zerstörer des Wohlstandes Spaniens, der tausendfach denTod verdient hatte, äußerst milde bestraft ^). Vielleicht war des KönigsKränklichkeit daran Schuld, daß er den ernsten Willen, die stets inTodesgefahr Schwebenden zu schützen, nicht ausführen konnte. Seinejüdischen Leibärzte, zuerst Mose hiaryal, und nach dessen Tode MettAlguadez, haben es doch gewiß nicht fehlen lassen, ihren Einfluß zuGunsten ihrer unglücklichen Brüder geltend zu machen. Er konnte
i) Das. S. 413. -) Das. S. 414. °) Das. S. 408 f.
Das. 414, zum Theil nach Zmuga's Bemerkung.