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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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68 Geschichte der Juden.

Aufsehen und entzündete die Gemüther noch mehr gegen die Judenim Allgemeinen.

Der den Juden feindselige Geist kam darauf zum Vorscheindurch die Reformatoren, welche Karl eingesetzt und mit ausgedehntenVollmachten versehen hatte, um Mißbräuche, Beamtenwillkür, Aus-schreitungen und Ungerechtigkeit aller Art abzustellen. Diese Refor-matoren zogen auch die Juden vor ihr Tribunal, hörten die Klagenund Gerüchte gegen sie über übertriebenen Wucher, Erpressungen,Fälschungen ihrer Privilegien an, brachten die angesehensten Judenin Haft der Conciergerie von Paris, machten ihnen peinliche Processeund trugen auf Confiscation ihres Vermögens an. Es gelang zwardem Einflüsse und dem Gelde der Juden, einen Befehl vom Königzu erwirken, vermöge dessen die Anklagen gegen die Juden nieder-geschlagen, ihre etwaigen Vergehen verziehen und sie überhaupt deraußerordentlichen Gerichtsbarkeit entzogen bleiben sollten (15. Juli1394 H. Allein diese Begünstigung war nicht von langer Dauer.Immer mehr wurden der schwachsinnige König und seine Räthe vonGeistlichen und Laien bestürmt, die schützende Hand von ihnen abzu-ziehen und sie aus Frankreich zu verbannen. In einem Vierteljahrehatte sich der Wind bei Hofe gegen sie gedreht. Die Judenfeindeerwirkten endlich vom König die Ordonnanz der Ausweisung").Vielleicht mit Absicht wurde sie gerade am Versöhnungstag erlassen(17. Sept. 1394^), während die Betroffenen den ganzen Tag fastendin den Synagogen zubrachten. Da die verlängerte Frist für den ihnenbewilligten Aufenthalt noch nicht abgelaufen war, so mußte ein Be-schönigungsgrund für den Bruch des Vertrages angegeben werden. Derkönigliche Erlaß konnte aber kein bestimmtes Verbrechen und Ver-gehen ihnen zur Last legen, und bewegte sich daher in dunkeln Allge-meinheiten: Er hätte von glaubwürdigen Personen und auch vonseinen Procuratoren und Beamten vernommen, daß sich Klagen überVergehen und Ausschreitungen der Juden gegen den heiligen Glaubenund gegen den Inhalt der ihnen bewilligten Privilegien erhüben, d. h.sie hätten getaufte Juden zum Rücktritt ermuthigt und übermäßigenWucher getrieben das Letztere hatte Karl theils gutgeheißen, theilsverziehen darum befehle er mit einem unwiderruflichen Gesetze:daß keine Juden künftighin in irgend einem Theile Frankreichs, wederin Languedoil, noch in Languedoc (Nord- und Südfrankreich) wohnenund weilen dürfen.

H Oräouuauees p. 643 f.

Das. p. 675 und Vaisette llistolrs Asnsrals äs lliNiiAusclos I V.. au. 1394.

°) Oräouuauoss a. a. B. p. 676 f. und Vaisette a. a. O. Vcrgl. Note 1.