Leonora von Portugal.
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baten dringend um Abstellung vieler unliebsamen Maßregeln desverstorbenen Königs. Unter Anderem verlangten sie: Juden undMauren nicht mehr zu Aemtern zuzulassen ^). Die schlaue Leonoraerwiderte darauf: Sie habe sich schon beim Leben des Königs bemüht,die Juden aus öffentlichen Aemtern zu entfernen, sei aber stets mitihren Vorstellungen abgewiesen worden. Sogleich nach dem Ablebendes Königs habe sie Juda von dem Schatzmeisteramte, DavidNegro von den Finanzen und sämmtliche jüdische Steuereinnehmerabgesetzt. Nichtsdestoweniger behielt sie Juda in ihrer Umgebungweil er ihr mit seinen Reichthümern und seiner Erfahrung zweck-dienlich schien. Indessen wurde der Plan Leonora's, die Regentschaftselbstständig zu führen und die Regierung mit ihrem Buhlen, demGrafen Andeiro de Ourem, zu theilen, durch den noch schlauerenBastard - Jnfanten Don JoLo, Großmeister von Avis, vereitelt.Dieser wußte die Volksgunst zu gewinnen und zu benutzen, und erbrachte es dahin, das; die Negentin. die Hauptstadt verlassen mußte.Die racheglühende Leonora warf sich ihrem Schwiegersöhne, demKönige Don Juan I. von Castilien, in die Arme und erzeugte dadurcheinen blutigen Bürgerkrieg. Es entstand neben der Adelspartei,welche der Regentin und dem Castilianer anhing, eine Volkspartei,welche sich um den zum Vertheidiger der portugiesischen Nationalitäterwählten Don Joäo de Avis mit hingebender Liebe schaartc.Leonora mußte immer mehr vor dem Volkshasse weichen. Siesuchte in Santarem Schutz; die beiden jüdischen Großen, Juda undDavid Negro, welche in Verkleidung Lissabon verlassen hatten, warenin ihrem Gefolge. Hier traf auch der König Juan von Castilienein, zu dessen Gunsten Leonora, um volle Rache an ihren Feindennehmen zu können, auf die Regentschaft verzichtete, und dem sie ihreAnhänger, fast den ganzen portugiesischen Adel, sowie viele Festungendes Landes zur Verfügung stellte. Sollte der Plan des Castilianers,Portugal mit Castilien zu vereinigen, gelingen, so konnte es nurdurch Einverständniß und festes Zusammenhalten des Schwiegersohnesmit der Schwiegermutter durchgeführt werden. Und diese Eintrachtwurde gerade durch die Besetzung des Großrabbinats gestört undverwandelte sich in giftige Feindschaft.
Als nämlich das Rabbinat von Castilien erledigt war (1384),wollte die Königin-Wittwe Leonora diese Würde auf ihren GünstlingJuda übertragen wissen und verwendete sich beim König von Castilienfür ihn. Dieser aber sagte sie auf Wunsch seiner Gemahlin Beatriz
*) Usrimo Uopss, Oüronioa äsl Rsi Vsi-nancko in der SammlungDollseäo cka ^vaäsmia V. IV. p. 502 tk.