Drittes Kapitel.
Das Zeitalter des Chasdai Crcseas und des Isaak Ben-Scheschet.
Fortsetzung.
Joseph Pichon und seine Hinrichtung machen böses Blut in Sevilla. Zorn desKönigs Don Juan I. gegen die Juden und Rabbinatscollcgien. Verlust derpeinlichen Gerichtsbarkeit in Castilien. Gehässige Stimmung gegen diecastilischen Juden. Verlust mancher Rechte. Die Juden Portugals, ihreGcmcindecinrichtung, der Großrabbincr und die Provinzialrabbincn. Diejüdischen Staatsmänner Juda und David Ncgro. Die Besetzung desObcrrabbinats bildet eine Staatsaktion zwischen Spanien und Portugal.Rabbinat und Clcrus, Synagoge und Kirche. Die Raubritter und dieJuden. Judcngemctzel in Prag. Kaiser Wenzel und die Juden. Löschungder Schuldforderungcn jüdischer Gläubiger in ganz Deutschland. — Dasblutige Gemetzel von Sevilla und die folgenreiche Verfolgung von 1391in Spanien. Verfolgung in Frankreich. Zweite allgemeine Vertreibungder Juden aus Frankreich. Die französischen Auswanderer. Der ConvcrtitPcßach-Petcr und Lipmann von Mühlhausen.
(1380—1400.)
Joseph Pichon aus Sevilla, welcher in großer Gunst beim
lingen des Unterschleifs angeklagt, vom König verhaftet, zu einer
gefühl oder zur eigenen Rechtfertigung hatte Joseph Pichon seineFeinde in eine schwere Anklage verwickelt^). Während dessen starbDon Heinrich, und sein Sohn Don Juan I. wurde in der Haupt-stadt von Altcastilien Burgos gekrönt (1379). Während der Fest-
anwesenden Pichon als Aufhetzer, Angeber und Verräther (Llalsobiu,i) Keine Quelle erwähnt, wessen seine Gegner ihn angcklagt haben. äs
König, Ton Heinrich II. von Castilien, gestanden und sein Ober-steuerpächter gewesen war, war von einigen neidischen jüdischen Höf-
Geldstrafe von 40,000 Dublonen vcrurtheilt und zuletzt auf freienFuß gesetzt worden. Er behielt aber auch später sein Ansehen undwar bei der christlichen Bevölkerung von Sevilla außerordentlich beliebt,bei seinen Glaubensgenossen dagegen höchst unbeliebt. Aus Nache-
lichkeiten der Krönung hatte ein jüdischer Gerichtshof den in Burgos
los Rios (II. 383, Note) vermuthct, daß die Anklage vielleicht mit dem Straf-geld für die toledanischc Gemeinde in Zusammenhang gestanden haben mag.