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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Stand der Wissenschaft in Spanien.

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war es auch nicht besser als mit den profanen und biblischen Wissen-schaften bestellt. Auch hier war ein Stillstand, wo nicht nochSchlimmeres eingetreten. Einige Rabbinen großer Gemeinden warennicht einmal im Stande, einer ihrer Hauptfunktionen, der Auslegungdes Talmud für einen Jüngerkreis, zu genügen, wie AmramEfrati in Valencia und En-Vidal Efraim Gerundi aufMallorca H. Ein französischer Talmudist Salomo b. Abraham

Zarfati, der sich auf Mallorca angesiedelt hatte, durfte sich heraus-nehmen, die spanischen Rabbinen sammt und sonders, selbst den ge-feierten R. Nissim Gerundi, wegen ihrer stumpfen Talmudgelehr-samkeit geringschätzig zu behandeln und sie gegen die französischen unddeutschen Rabbinen zurückzusetzen-). Aber auch dieser behandelte dasTalmudstudium mehr sophistisch, als scharfsinnig. Den Maßstab fürdie durchschnittliche Bildung der Rabbinen jener Zeit liefert derjenige,welchen die auch nach ihrer Erschöpfung noch immer bedeutendeGemeinde Toledo zu ihrem geistlichen Führer gewählt hat: Menahemb. Ahron b. Zerach, der auch nach einer anderen Seite die Zeitlagevergegenwärtigt.

Menahem b. Zerach (geb. um 1310, gest. 1385 ch zähltemanche Märtyrer in seiner Familie. Sein Vater Ahron gehörte zuden Unglücklichen, welche durch die Habsucht und Tyrannei einesfranzösischen Königs ausgewiesen wurden (Vllz 265). Mit denwenigen Mitteln, welche der gesetzlich gewordene Raub der Familiegelassen, hatte sie sich in Estella, einer nicht unbedeutenden navar-rensischen Gemeinde, niedergelassen. Dort wurden aber Vater, Mutterund vier Brüder in dem Judengemetzel erschlagen, welches ein Domini-kaner angeregt hatte (Vllz 313), weil jene ihren Glauben nicht ver-leugnen mochten. Der bereits verheirathete junge Menahem warebenfalls, aus vielen Wunden blutend, dem Tode nah und verdankte

Vcrgl. Isaak b. Scheschet lissxp. No. 445, 375. -) Das. No. 376.

b) Sein Todesjahr ist auf seiner Grabschrift gegeben (Epitaph, der Tole-daner Gemeinde, 8iküaron p. 15 No. 10), nämlich der Zahlenwerth derBuchstaben an pn w.n 5145 1385. Da er daselbst als alt geschildertwird, so ist sein Geburtsjahr ungefähr gegeben. Es wird aber noch durchzwei Momente näher bestimmt. Er gicbt selbst an, daß er in Navarra geborenwurde, also nach der Auswanderung seines Vaters in Folge der Judenver-trcibung aus Frankreich, nach 1806. Er gicbt ferner an, daß er zur Zeit derNavarrcnsischcn Verfolgung von 1328 etwas über 16 Jahr alt war. WennZacuto sein Todesjahr 1874 ansctzt, so beruht sein Jrrthum hier, wie beivielen andern Daten darauf, daß er das Jahr, welches Menahem b. Zerachals Beispiel in seiner Kalcndcrtascl gebraucht hat, für das Todesjahr aus-gestellt hat. Die biographischen Notizen sind in der Einleitung zu seinemWerke enthalten.