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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Städten kamen durch Schwert oder den Galgen um^). Schweize-rische Soldbanden und städtische Schützenschnüren wetteiferten mit ein-ander, die Juden dieses vielumstrittenen Landes todtzuschlagen oderzur Taufe zu zwingen. Sie wurden besonders in Deutschland alsteuflische Creaturen angesehen, welche den Christen Unheil bringenund daher vertilgt werden müßten.

Durch die Unglückstage des schwarzen Todes und seiner Folgenwaren die alten Erinnerungen so sehr erloschen, daß die rheinischenRabbinen sich veranlaßt sahen, wegen Meinungsverschiedenheit übereherechtliche Punkte eine Synode zu veranstalten, lediglich zu demZwecke, alte Verordnungen wieder aufzufrischen. Auf der Versamm-lung zu Mainz (15. Ab --- 5. August 1381)") erneuerten einigeRabbinen im Verein mit Gemeindevorstehern die alten Bestimmungenvon Speier, Worms, Mainz (Mleavot Lobuin Vll.z S. 23): daß diekinderlos gebliebene Wittwe ohne Prellerei und Verzögerung von derSchwagerehe entbunden werden und einen festbestimmten Antheil ander Hinterlassenschaft ihres Gatten erhalten sollte. Von den andieser Synode betheiligten Rabbinen hat indeß auch nicht ein Ein-

ziger einen Namen von Klang hinterlassen. Unter allen deutschenJuden wurden in dieser Zeit diejenigen, welche unter dem Erz-bischof von Mainz, Adolf von Nassau, standen nächst denenin der Reichsstadt Negensburg verhältnißmäßig am glimpflichstenbehandelt. Während sie überall, wo sie von neuem Aufnahme ge-funden hatten, geplagt, gefoltert, wieder ausgewiesen oder niedergemetzeltwurden, wendete der Mainzer Kirchenfürst ihnen besondere Gunst zu(1384). Er befreite die zu seiner Botmäßigkeit Gehörigen von demZwange der geistlichen Gerichtsbarkeit, stellte einen Rabbinen, Isaakvon Wydave, als ihren ständigen Richter an und hob den

schändenden Würfelzoll auf. Jeder reisende Jude mußte nämlichbis dahin eine Anzahl Würfel an den Mauthäusern des Mains undRheins entrichten, zur Erinnerung an das angebliche Würfeln umJesu Kleider ^).

*) Tagebuch des Joselmanu Rosheim, abgedruckt in llsvus äö8 lltuässsuivss N. XVI. p. 88, vcrgl. das. N. XIII. p. 63. zzcrgl. Note 5, 1.

2) Schaab, diplomatische Geschichte der Juden zu Mainz S. 107: Eine

Urkunde von 1384:auch haben wir In (unscrn Juden) besunder gnadegcthan, daß sie diese ncstcn Druck jare keine Würfflcn an unscrn Zellen zuWasser oder zu Lande nit geben dorsfcn." Eine andere Urkunde von demselbenJahre:Usf Rine oder uff Meyne daß sic alle Juden Mann und Wyp insürbasscr keine Würfflcn zu begehren haben." Vollständig aufgehoben wurdeder Würfelzoll erst 1422, Stobbe Juden in Deutschland S. 217 Xo. 45. DieUrkunde über den Judenmcister Isaak von Wydave, Schaab das. S. 108.