124
die rechte schien im Begriff zu sichen, die Spitze mit gutemBedacht ins Hirn hinein zu treiben, als Edward, ausseinem Entzücken über dieß angenehme Schauspiel auf-geschreckt durch einen lauten Schrei seiner SchwesterMargaretha, welches die Herzogin von Bedford als Echowiederholte — denn sie wünschte ganz und gar nicht,daß ihres Sohnes Art an die Wurzel aller ihrer Ent-würfe gelegt werde — aufstand und mit dem Rufe:„Halt!" mit jener lauten Stimme, welche so oft einengrößeren Kampfplatz durchdrvhnt hatte, seinen Stab hin-abwarf.
Augenblicklich wurden die Schranken geöffnet — dieMarschälle traten — trennten die Kämpen, und bandendem Grafen den Helm aus. Aber des Bastards kriegeri-scher Geist, ausnehmend mißvergnügt über die unwill-kommene Unterbrechung, vergalt die Aufmerksamkeit derMarschälle mit einem Fluche, würdig seiner Verwandt-schaft mit Earl dem Kühnen; und stracks auf den Königzu eilend, sein Gesicht flammend von Zorn und seine Au-gen Feuer spühend, schrie er:
„Edler Herr und König, thut mir nicht solches Leidund Unrecht an! Ich bin nicht zu Fall gebracht, nichtverletzt, nicht gedemüthigt — ich ergebe mich nicht. Nachallen Gesetzen des Nitterthums, kann ein Kämpe, so langer sich nicht ergibt, den Andern auffordern fortzumachenund sein Schlimmstes zu thun!"
Edward schwieg, sehr verlegen und überrascht, alser sein Dazwischentreten so übel ausgenommen sah. Er