88
„Wie es Euch beliebt, Prinz," erwiederte Montagukurz, und mit einer tiefen Verbeugung verließ er denSaal, und schritt eben dem äußern Thore des Towerszu, als eine angenehme, klare Stimme hinter ihm ihn mitseinem Namen rief. Er wandte sich rasch um, und seinBlick begegnete dem dunkeln Auge und dem Alles besie-genden Lächeln des knabenhaften Herzogs von Gloucester.
„Ein Wort mit Euch, Montag» — Edelster undHöchstgeschätzter, nebst Euer» fürstlichen Brüdern, unterden Verfechtern und Kämpen unsres Hauses, — ich lasin Euern Zügen Eure großherzige Entrüstung über un-fern armen Clarence. Ja, Sir, ja! — es war eineSchwäche von ihm, die selbst mich verdroß. Aber Ihrmacht nicht erst jetzt die Erfahrung, daß seine Natur, wietrefflich auch sonst, doch einigermaßen zu den unbeständi-gen gehört. Es fehlt seinem Urtheil nur an Gewicht undWesenhaftigkeit — er läßt sich immer gegen seine bessereEinsicht von Solchen überreden, welche seine schwacheSeite angreiftn. Aber wenn es wahr ist, daß unser Vet-ter Warwtck ihm die Hand der unvergleichlichen Jsabellazugedacht hat, so werden weisere Köpfe künftig seineSchritte lenken."
„Mein Bruder," versetzte Montagu, bedeutend be-sänftigt, „ist Euer Hoheit sehr verpflichtet für stete Gewo-genheit und Freundschaft, wofür auch ich, glaubt es mir,so wie die gcsammten Familien Beauchamp, Montaguund Nevile Euch höchlich dankbar sind. Aber um geradeheraus zu sprechen (was mir Euer Gnaden so allgemein