84
Deine Lanze und auf die Gurte Deines Rosses, denn nie,glaub' ich, bist Du einem Kämpen von herrlicherer Stärkeund ritterlicherem Metall begegnet!"
„Mein Herr König," antwortete der Graf, „ichfürchte in der That, daß ein Ritter, wie der Sieur An-thony, der unter den Augen eines solchen Königs kämpft,unbesiegbar seyn werde. Wenn Könige gegen Könige sichin die Schranken stellten, wo, in der weiten Christenheit,wäre ein würdiger Gegner für Eure Hoheit zu finden?"
„Euer Bruder, Herr Graf, wenn die Sage nichtlügt," versetzte Edward, leicht lachend und sanft des Gra-fen Schulter berührend, „wäre ein Gegner, dessen Lanzeimmer furchtbar bliebe, und wenn auch Carl der Großeselbst mit seinen zwölf Paladinen hinter sich wieder er-stände. Sagt uns, Herr Graf," fuhr der König, sich hochaufrichtend, fort — „sagt uns, denn wir Soldaten findneugierig in solchen Sachen, geht nicht der Graf vonCharoloiS allen hier Anwesenden an Sehnenkraft undWuchs vor?"
„Sire," erwiedertc de la Roche, „mein fürstlicherBruder ist in der That gewaltig mit dem Schwert undmit der Streitart, aber Euer Gnaden ist um den halbenKopf größer, — und vielleicht von noch stählerneremBau, nur daß die bloße Leibesstärke an Euer Hoheit nichtdiejenige Gabe Gottes ist, welche das Auge am meiste»überrascht und blendet."
Edward lächelte gutmüthig über ein Compliment,dessen Wahrheit zu einleuchtend war, um große Eitelkeit