80
zürne Dich, wie Du willst, Bruder John, aber Dein ge-sunder Verstand muß am Ende meinem Nath Gerechtig-keit wiederfahren kaffen. Ich kenne Edward Wohl; erhat etwas von meiner Behaglichkeit und GemüthSruhe,aber dabei Mehr vom schlummernden Löwen, als Priester,die nur, seht Ihr, die Sanftmuth der Taube haben.Weckt seinen höhren und bessern Geist, nicht durch scharfeVorstellungen und Vorwürfe, sondern durch den Scheinvon Vertrauen. Mach ihm mit Deinem muntern, sorg-losen Lachen— das Du, wie mich dünkt, ncuestens soziemlich verloren hast, -— bemerklich, daß bei jedem an-dern Fürsten Warwick leicht eine Schlinge argwöhnenkönnte — eine demüthigende Vereitlung seiner Gesandt-schaft — daß aber alle Menschen wissen, wie fest anTreue und Ehre Edward IV. hält."
„Wahrhaftig," sagte Montagu mit einem erzwun-genen Lächeln, „Ihr kennt die Menschen; aber doch, be-sinnt Euch— gesetzt dieß schlüge fehl, und Warwick kehrtenach England zurück, und vernähme, daß man ihn geäfftund zum Narren gehalten hat, daß Margaretha, welcheer mit dem Bruder Ludwigs hat vermählen wollen, unddcßwegen eine Neise über'S Meer gemacht hat, verlobtsey mlt Charolois — bedenkt, sage ich, was für eine ArtHerz unter unserS Bruders Panzer schlägt!"
„ImpiAvr, iiscunäus!" sagte der Erzbischof: „einwahrer Achilles, gegen den unser englischer Agamemnon,wenn er seine Wege durchkreuzt, nur ein Kind ist. DasAlles ist traurige Wahrheit; unsre Eltern haben ihn als