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ßcn, folgenreichen, allgemein bekannten Begebenheit, und in der Stim-mung der Einbildungskraft, in der sie alles ins Große, ins Glänzende,ins reich Sinnliche malt, und lauter Gegenstände um sich versammelt, diedieser Behandlung fähig sind, ans einen solchen Eingang gcrathcn. Ermuß nicht genug eilen können, daS ansznsprechcn, wovon er selbst übcr-strömt, und ehe er die einzelnen Theilc seines Gemäldes besonders schil-dert, wenigstens zuerst nur mit den Hanptnmrisscn daS Ganze hinznstcl-len. Mitten unter dieser Fülle von Gegenständen, und in dem Drangeseiner Empfindung muß er Beistand und Hülfe, aber er kann sie nurbei der Gottheit suchen, mit der er wirklich in diesem Augenblicke näherverwandt ist, da er, wie sie, über der Welt und der Menschheit, überder Borzcit und der Gegenwart schwebt.
Auch sind alle eigentlich sogenannten epischen Dichter hierin demBeispiel Homers gefolgt; und wie nahe dieser Eingang mit der indivi-duellen Stimmnng des Sängers znsammcnhüngt, sieht man besondersdeutlich an Ariost. Da er in der That nicht sowohl durch eine einzelneHandlung oder Begebenheit begeistert war, sondern sich mir mehr vondem Feuer belebt fühlte, in das die Phantasie versetzt wird, wenn sichihr eine zahlreiche Menge mannichfaltiger Gruppen, ein weites und rcich-bcsäeteS Feld zeigt, das sie durchlaufen kann; so kündigt er bei weitemnicht so sehr seinen eigentlichen Stoff, als vielmehr die mannichfaltigcnGegenstände an, die sich in dem ganzen Umfange seiner Gesänge findenwerden, und gesteht schon dadurch von selbst zu, daß er vor allem nurdurch Mannichfaltigkcit und Abwechselung zu intcressircn vermag.
Unser Dichter befindet sich in einem noch anderen Fall. Sein Stoffist von der Art, daß er ihm mit Sicherheit die Theilnahme jedes gefühl-vollen Lesers verspricht, aber er trägt diese nicht unmittelbar an der Stirn,man muß erst tiefer in ihn cingehcn, um mit ihm vertrant zn werden,ihn erst kennen lernen, um ihn lieb zn gewinnen. Nach und nach alsonnd schrittweise muß der Dichter den Leser in sein Interesse verweben,einfach und anspruchlos beginnen, um sich am Ichlussc desto gewisser desvollen Sieges zn erfreuen. Selbst der Anruf an die Binse konnte ihmdaher weder eine höhere Kraft zn erlangen, noch die, welche er besitzt, znbewähren dienen; er konnte ihn, wie wir im Vorigen gesehen haben, nurdazu brauchen, seinen Stoff innerhalb des Gebietes der Kunst in demAugenblicke zn erhalten, da er in daS der Wirklichkeit übcrzngchcn droht,seine Physische Wirkung zn schwächen, um seine ästhetische zn erhöhen.