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ten enthalten sind, wie z. B. die Hochzeit der Kinder Mcnelaos in derOdyssee, nnd die Ankunft Erminia's bei der Hirtenfaniilic im Tasso.
Die einzigen Unterschiede, die sich hiernach fcstsetzcn ließen, wärenalso bloß die, daß die Idylle wenigstens nie einen heroischen Stoff, oder-heroische Charaktere anfninnnt, nnd daß sie nicht, wie die Epopöe, noth-wcndig Handlung braucht. Allein auch non dem epischen Gedichte ist eswenigstens noch nicht anSgcmacht (nnd wir werden diesen Punkt gleich inder Folge berühren), ob cs nothwendig einen heroischen Stoff darstellcnmuß; und die Idylle kann durchaus voll Handlung sein, ohne darum we-niger Idylle zu bleiben. Um daher ans völlig bestimmte Gränzcn zu kom-men, muß man einen anderen nnd mehr methodischen Weg cinschlagcn.
Des Ausdruckes der Idylle bedient man sich nicht bloß, um eineeigene Dichtnngsart zu bezeichnen, man gebraucht ihn auch, um damit einegewisse Gesinnung, eine Empfindungswcise, anzudeuten. Man redet vonJdyllcnstimmnngeu, Idyllennaturen. Die Eigenthümlichkeit der Idyllemuß sich daher ans eine innere besondere Eigenthümlichkeit dcS Gcmüthesbeziehen, sei es nun eine vorübergehende oder eine bleibende, die sich demCharakter selbst bcigemischt hat. Dadurch also unterscheidet sie sich zuerstvon der Epopöe, daß sie immer ans einer einzelnen nnd einseitigen, dieletztere hingegen ans der allgemeinsten Stimmung des Geistes entspringt;nnd gerade in demselben Verhältnis^ steht sie auch zur Tragödie. Denn dieTragödie erhält, wenigstens in ihrer höchsten Vollkommenheit, gleichfallsder Seele die Freiheit, sich gleich lebendig nach allen Seiten hin zu bewe-gen, weckt alle Kräfte im Menschen zugleich, ob sic schon ihr Bcrhältnißzu einander anders als der epische Dichter bestimmt. Die Idylle hinge-gen schneidet willkürlich einen Thcil der Welt ab, um sich allein in denübrigen einznschließen, hemmt willkürlich eine Richtung unserer Kräfte,um allein in der anderen ihre Befriedigung zu finden.
Wo wir dies im Leben wirklich antresfcn, da erscheint es uns alseine Beschränkung, obgleich, da sic gerade die lieblichste und anmuthigstcSeite der Menschheit, ihre Verwandtschaft mit der Natur, hervortretenmacht, allemal als eine solche, die ein gewisses rührendes Vergnügen ge-währt. Die Kunst aber tilgt auch das selbst, was daran Beschränkungist, noch ans, indem sic dies Einschließcn in einen engeren Kreis nicht bloßans freiem Willen, sondern ans der innersten Natur selbst hervorgchenläßt, ans einer Innigkeit nnd Raivctüt der Empfindung, die sonst nichtungestört ansströmcn tonnte.