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Aesthetische Versuche über Goethes Hermann und Dorothea
Entstehung
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kehrt mit denselben Worten zurück, mir mit den Veränderungen, welchediese Loge erfordert. Jetzt ist cs, als Hütten wir sie im Leben wirklich vornns gesehen, wo mich dieselben Gestalten in nmnnichfnltigen Bewegungenerscheinen; jetzt hat sich nns dies Bild für die ganze Folge dcS Gedichtesfest cingeprügt; wo sic nnn anftritt, steht cs vor nns da, begleitet alle ihreWorte, Geberden und Handlungen.

Die Wirkung, welche nnn der Dichter durch diese einfache Schilde-rung hcrvorbringt, ist unendlich größer, als wenn er unmittelbar in die-selbe mehr Gehalt gelegt, mehr das Herz seines Lesers dafür intercssirt,mehr, wie sonst der Dichter so oft thnt, bei der Gestalt zugleich auch deninneren Charakter beschrieben hatte. Man kann cS nicht genug wieder-holen: die Hoheit, die Größe, der innere Gehalt, das, was man in einemGedichte eigentlich Seele nennt, muß in dem Ganzen der Erfindung, derHandlung, der Personen, der Darstellung und des Tones liegen; es mußdas Resultat der lebendigen Schilderung auf das gehörig gestimmte Ge-müth sein.

Der Dichter hat cs daher immer nur mit diesen beiden Dingen zuthnn: mit der anschaulichsten Darlegung seines Stoffes, und mit der le-bendigsten Stimmung des Lesers; diese beiden aber erreicht er, sobald erden Leser durchaus in die Mitte seiner Handlung versetzt; um alles klebrigekann er schlechterdings unbekümmert bleiben. Er ist ja nur dadurch wah-rer Künstler, daß er gerade das Höchste und Beste seines Geschäftes seinemGenie überlassen, und sich für dass was er eigentlich, sich selbst bewußt,dabei thnt, nur mit der verständigen Anordnung und der knnstmäßigenAusführung, also nur mit dem technischen Theile desselben zu beschäftigenbraucht. Bor allen anderen aber gilt dies von dem epischen Dichter, undes muß dem aufmerksamen Leser schon bei dem, was wir vorhin sagten,von selbst ausgefallen sein, wie passend eine Schilderung, die nur Couture,aber diese in der größcsten Vollständigkeit zeichnet, für eine Gattung derDichtkunst ist, deren ganze Wirkung nur ans nie stillstehender Bewegungund ununterbrochener Stetigkeit beruht.

Ehe wir aber diese Stelle verlassen, müssen Ivir noch einen Augen-blick bei den einzelnen Beiwörtern verweilen, mit welchen die einzelnenTheile der Gestalt bezeichnet sind. Kein einziges derselben hat für sichein großes und nnverhältnißmäßigcs Gewicht; alle sind von der Art, wiesic sich für das bloße ruhige und unciugcnommcnc Beschauen des bloßenSinnes schicken; alle zeigen die Bildung des Mädchens nur in reinlicher