Druckschrift 
5 (1834)
Entstehung
Seite
113
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Die Einsamkeit ihres Lebens, der Mangel an Er-götzlichkeiten, selbst die Weichheit und Mattigkeit,welche aus den Schmerz folgte», alles wirkte zu-sammen, das Bild ihres Geliebten in zärtlicherund einschmeichelnder Gestalt ihr nahe zu bringen.Sie ries sich seine Worte, seine Handlungen, seineBriese ins Gedächtniß zurück und brachte ganzeStunden, ganze Tage und Nächte über der Be-mühung zu, das Geheimniß zu entziffern. Wer,der schon geliebt worden ist, sollte nicht die son-derbare mächtige Gewalt begreifen, weiche einselbst unschuldiges Mädchen zu dem Glauben andie Unschutv ihres Geliebten hiudrängt? Zn jun-gen, mit der Welt unbekannten Herzen ist ein soreiner Klaube an lautere Güte, ein sventschieducsSträuben gegen den Gedanken: cs könnte da, wowir lieben, etwas seyn, das unsre Ächtung nichtverdiente, oder wo wir bewundern, etwas Ver-werfliches, daß man darin beinah einen Beweistzu Gunsten unsrer natürlichen Fähigkeit erblickenmöchte, eine höhere Stufe sittlicher Vollkommen-heit zu gewinnen, als die Gewohnheiten und derGang der Welt uns wirklich zu erreichen gestatten.Vielleicht ist es keine allzukühne Behauptung, wennman sagt: wir würden schwerlich an Vollkommen-heit bei Andern glauben können, wäre nicht derKeim und die Möglichkeit der Vollkommenheitin unserer eignen Seele angelegt. Wenn einMann einige Jahre niltten unter den Parthet-Buuvc,'- -Romane. XX VII i, jj