Druckschrift 
5 (1834)
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

schwere Bürde abgenommen wurde, und der nichtmehr durch die nicdcrdrückcnde Last eines körper-lichen Leidens abgehalten wurde, sich kühnen Hoff-nungen htnzugeben. Er war immer in Gesellschaftartig gewesen; aber jetzt vcrricth seine Höflichkeitweniger Absichtliches; sie nahm einen herzlicherenTon an. Noch eine Veränderung ließ sich an ihmbeobachten und dicß war gerade das Gcgenthcilvon dem, was man hätte erwarten sollen. Obgleich einVerächter von Prunk und Glanz und viel zu herbum üppig zu seyn, war er doch ein viel zu erfah-rener und berechnender Kenner der Schwächen an-drer Menschen, als daß er nicht während seineröffentlichen Laufbahn eine stattliche Haushaltungund eine gastliche Tafel hätte unterhalten sollen.Der Beruf, den er erwählt, verlangt vielleichtweniger als andre, eine Unterstützung durch Acußer-lichkeiten; aber Branden batte darnach gestrebt,ebenso wohl im Parlament als vor den Gerichts-schrankcn für Einflußreich zu gelten; und obgleichsein Haus in einem ganz seinem Beruf entspre-chenden Stadtviertel lag, war er doch gewohnt,um seinen gastlichen Tisch alle Männer seiner po-litischen Parthei, die durch Rang oder Talent her-vorragtcn, zu versammeln. Aber gerade jetzt, daGastlichkeit und ein gewißcr größerer Aufwand sei-ner Stellung mehr geziemte, wurde er in seinerHaushaltung genauer und eingezogner. Brandenkonnte unmöglich ein GeitzhalS geworden sepn;