Druckschrift 
1 (1838) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie im Allgemeinen und zur Logik
Entstehung
Seite
130
Einzelbild herunterladen
 

130

SBaS l)cip: fiel) im

bie, fo in bet reinen Vernunft entfalten ftnb. OTer ©taube i(t inun ein fubjcctio 5 urcid)enbeS, objectio aber mit SSewuftfein umjurcicbenbeS gürwabrbaltcn; atfo wirb er bem SBiffen entgegenge-.fefjt. UfnbercrfeitS, wenn auS objectioen, objwar mit SSewufitfcin ,unjurcicbenben ©vünben etwas für wahr gebalten, mitbin btoS ge=meint wirb; fo fann biefeS Steinen boeb bureb aümdblige feganjung in berfelben 2Crt üon ©rünben enblicb ein SBiffen werben,Sagegen wenn bie ©rünbe beS gürroabrbaltcnS ihrer 2£rt nach garnicht objectiö gültig ftnb, fo fann ber ©laube bureb feinen ©ebraud)ber SSernunft jemals ein SBiffen werben. Ser biftotifebe ©laufej. 35. üon bem $£obe eines großen SJJanneS, ben einige 33riefe k-.richten, fann ein SBiffen werben, wenn bte Sbrigfeit beS £)r(Sbenfelben, fein SSegrdbnif, Scjiament u. f. w. melbet. Saft bafjetetwas biftorifcb bloS auf Seugniffe für wahr gehalten b. i. geglaubtwirb, j. 33. baf eine «Stabt 9tom in ber SBett fei, unb bod> ber=jenige, bet niemals ba gewefen, fagen fann: irf) weif, unb nichtbloS: ich glaube, eS eyiftire ein 3totn; baS lieft ganj wofl bebfammen. Sagegen fann ber reine SSernunftglaubc burbf allenatürlidbe Sata ber Vernunft unb ©rfafrung niemals in ein SBiffenoerwanbelt werben, weil ber ©runb beS gürwafrbaltenS hier bloSfubjcctio, nämlich ein notbwenbigeS 33ebürfnif ber SSernunft iff,(unb, fo lange wir Süenfdten ftnb, immer bleiben wirb,) baS Sa--fein eines bocfjien SBefenS nur oorauSjufefen, nicht ju bemomffviren. SiefeS Sebürfnif ber SSernunft ju ihrem fte befrtebtgenbentbeoretifeben ©ebrauefje würbe nichts 2fnbereS, als reine S3er=nunfthbfotbefe fein, b. i. eine SJieinung, bie auS fubjectiöeit©rünben jum gürmabrfalten suretefenb wäre; barum, weil mangegebene SBirfungen ju erflären niemals einen anberen, alsbiefett ©ritnb erwarten fann unb bie SSernunft bod) einen ©ftmrungSgvunb bebarf. Sagegen ber SSernunftglaube, ber auf bem33cbürfnif ifreS ®ebraud)S in praftifdjer 3lbftd)t beruht, einfpoftulat ber SSernunft feigen fbunte; nid;t, als ob cS eine ©mfid)t wäre, welche aller logifeben gorberung jur ©ewiffeit ©enügetbätc, fonbern weil bicfeS gürwahrfaltcn, (wenn in bem SOfenfcfjotr