98
an Maltravcrs? Nein! — Ich fürchte cs war nichtMaltravcrs, dem dicß Lächeln und dieser Seufzergalt! Sonderbares Mädchen, du kennst dein eigenesHerz nicht; aber das ist der Fall bei den Meisten vonuns in deinem Alter!
In aller Freudigkeit der Hoffnung, im Stolz aufschönen Anzug und halbbcwußtc Liebenswürdigkeit tratEveline mit leichtem Schritt in Carolinens Zimmer.Miß Merton hatte schon ihre Dienerin entlassen, undsaß vor ihrem Schreibtisch, ihre Wange nachdenklich indie Hand gelehnt.
»Ist es Zeit zu gehen?" sagte sie anfblickend.„Gut! — wir werden Papa und den Kutscher undauch die Pferde in treffliche Laune versetzen. Wie hübschSic ausschcn! Wahrlich, Eveline, Sic sind wirklichschön!" und Caroline betrachtete mit aufrichtiger, ob-wohl nicht neidloser Bewunderung die Fecngcstalt, diebei aller Rundung doch so zart war, und das Antlitz,das ob seinen Reizen zu crröthen schien.
„Gewiß, ich darf die Schmeichelei zurückgcben,"sagte Eveline verschämt lachend.
»Oh! was mich betrifft, ich bin schon recht inmeiner Art; und ich glaube, daß wir später rivalisi-rcndc Schönheiten scyn werden. Ich hoffe, wir wer-den gute Freundinnen bleiben und die Welt, in dieMacht uns theilcnd, beherrschen. Verlangt cs Sienicht nach dem fröhlichen Treiben, der Aufregung unddem Ehrgeiz von London? — denn die Bahn des Ehr-geizes steht uns so gut wie den Männern offen!"