66
dessen Anblick in jener Schmerzcnsstunde mich durch-zuckte. Ich träumte nicht — ich war nicht toll!"
„Faßt Euch. Ihr könnt, denke ich, diese Damenie zuvor gesehen haben; ihr Name ist Eamcron."
„Camcron — Cameron!" Das Weib schütteltetraurig den Kopf — „nein! der Name ist mir fremd;und ihre Mutter, Sir — ist sie todt?"
„Nein, ihre Mutter lebt."
Ein Schatten flog über das Gesicht der Kranken,und nach einer Pause sagte sie:
„So täuschten mich denn meine Augen, Sir; undin der That, ich suhle, daß mein Kopf angegriffen istund ich mich bisweilen verirre. Aber die Achnlichkeitist so groß; doch ist diese junge Dame sogar nochliebenswürdiger!"
„Achnlichkcitcn sind oft sehr trügerisch und launen-haft, und bestehen mehr in der Phantasie als in derWirklichkeit. Der Eine entdeckt eine Achnlichkeit zwi-schen höchst verschiedene» Gesichtern, eine Achnlichkeit,die Andern unsichtbar bleibt. Aber Wem gleicht dennMiß Cameron?"
„Jemand, der jetzt todt ist, Sir; todt schon seitvielen Jahren. Aber es ist eine lange Geschichte undeine, die schwer ans meinem Gewissen liegt. WennSic mir irgend einmal es erlauben wollten, will ichmich dieser Bürde gegen Sie entledigen, Sir."
„Wenn ich Euch in irgend einer Weise helfenkann, steh' ich zu Euren Diensten. Indessen habt Ihr