Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
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Aussichten für dcn Schelm, darin vorwärts zu kommen. Es mag wohl einige List, einige Heuchelei, einigeHabsucht, ja selbst einige Hartherzigkeit durch das Bei-spiel des Vaters und die Anleitung der Lehrer einge-pflanzt werden. Aber was sind diese nüchternenSchwächen gegen die Laster, welche ans Mutlosigkeitund Verzweiflung entspringen? Ihr Wilder hat seineTugenden: aber sie sind meist physischer Art: Tapfer-keit, Enthaltsamkeit, Geduld. Geistige und mora-lische Tugenden müssen zahlreich oder sparsam scyn imVcrhältniß zu der Stufe der Ideen und Bedürfnissedes socialen Lebens; bei den Wilden müssen ihrerdaher weniger scyn als bei civilifirtcn Menschen; undsie beschränken sich mithin nothwendig auf die einfachenund rohen Elemente, welche die Sicherung seines Zu-standes ihm unentbehrlich macht. Er ist in der Regelgastfreundlich; manchmal ehrlich. Aber dieser Existenzsind auch Laster wesentlich, wie Tugenden; er ist imKrieg begriffen mit einem Stamme, der den seinigenvernichten kann; und Vcrräthcrci ohne Gewissensbisse,Grausamkeit ohne Reue sind ihm ganz natürlich; erfühlt deren Nothwcndigkcit und nennt sic Tugenden!Selbst der halbcivilisirte Mensch, der Araber, den Sieso rühmen, bildet sich ein, er habe Ihr Geld nöthig,und seine Räubereien werden ihm zu Tugenden. Aberin civilisirten Staaten sind die Laster wenigstens nichtnothwendig zur Existenz der Mehrheit; dcßhalb werdensic auch nicht als Tugenden verehrt. Die Gesellschaftvereinigt sich gegen sie; Vcrrath, Räubereien, Metzeleien