Druckschrift 
6 (1838)
Entstehung
Seite
94
Einzelbild herunterladen
 

sey, was Cäsarini erschreckt und in seiner Antwort anMaltravcrs unterbrochen hatte! Beide erkannten diesescharfe, klare Stimme — beide starrten einander an.

„Ich will ihn nicht sehen," sagte Maltravers,hastig auf die Thürc zugehcnd, „Sie sind nicht ge-faßt

»Ihm zn begegnen? nein!" sagte Cäsarini miteinem verstohlenen und Unheil weissagenden Blick, denein mit dem Wesen solcher Krankheiten bekannter Mannwohl verstanden hätte, den aber Maltravcrs nicht ein-mal beachtete; „ich will mich in Ihr Schlafzimmerznrückzichcn; meine Angen sind schwer — ich könnteschlafen."

Er öffnete unter diesen Worten die innere Thlireund hatte sic kaum wieder geschlossen, als Bargravccintrat.

„Ihr Diener sagte, Sie scycn beschäftigt; aberich dachte, einen alten Freund würden Sie wohl sehenkönnen;" und Bargravc setzte sich, kaltblütig.

Maltravcrs schob den Riegel der Thüre vor, diesie von Cäsarini schied; und die beiden Männer, derenCharakter und Leben einen so scharfen Gegensatz bil-dete, waren jetzt allein.

„Sic verlangten eine Zusammenkunft — eine Auf-klärung," sagte Lnmlch; „ich trete vor keinem vonbeiden zurück. Lassen Sic mich alle Fragen und Kla-gen abschneiden. Ich betrog Sie wissentlich und mitVorbedacht — das ist ganz richtig — alle Listen undKniffe find erlaubt im Krieg und in der Liebe. Der