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schöne Antlitz, dessen Angcn mit wehmüthigcr Hold-seligkeit und Milde auf ihm zu hasten schienen. Es istetwas Gchcimnißvollcs mit diesen gemalten Gespensternvon uns selbst, welche sogar unsere leibliche Hülleüberleben! Wer, der sic lang und innig ansicht, bildetsich nicht halb und halb ein, daß sic doch nicht unem-pfindlich gegen den Betrachtenden scpcn, als ob wirunser eigenes Leben in sic hinein schauten, und dieAngcn, die uns folgen, wohin wir uns bewegen, be-seelt wären von einer seltsamem Kunst, als die bloße Ge-schicklichkeit des mit den Farben umgehenden Malers ist?
Mit gefalteten Armen, in sich versunken und re-gungslos, betrachtete Maltravcrs die Gestalt, die beiden aufwärts gehenden Strahlen des flackernden Lichtssich zu dem verlassenen Sohn hcrabzubcugcn schien.Wie hatte er immer das Gcdächtniß seiner Mutter sogeliebt! — wie oft in seinen Kinderjahrcn hatte ersich fortgcschlichen und heftige Thränen vergossen umden Verlust des theuerstcn Erdcnbandcs, das sich niemehr ersetzen, nie vergüten läßt! — wie Hatte er so-gar den Widerwillen geehrt und wie sympathisierendsich darein versetzt, welchen sein Vater anfänglich gegenihn, als die schuldlose Ursache ihres so frühen Todes,an den Tag gelegt hatte! Er hatte sic nie gesehen —hatte nie ihren leidenschaftlichen Kuß empfunden; unddoch war ihm, wie er sie so anschaute, als hätte ersic Jahre lang gekannt. Diese sonderbare Art voninnerer und geistiger Erinnerung, die uns oft Orteund Personen vergegenwärtigt, welche wir früher nie