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zwischen Selbstsucht und Unabhängigkeitsliebe. Dergenante Zug in unserm Karakter wurde oft be-merkt, Niemand aber hat, meiner Ansicht nach,genaue Rechenschaft von ihm gegeben. Zweifelsohneweiß Ew. Excellenz, daß sämtliche Franzosen, dieje eine Silbe über uns geschrieben, ihn für das Er-gebniß unsres stolzen Bewnstseins der Freiheit er-klären. Allein wir wissen jezt besser als früher, wasdie wahren Folgen der Freiheit sind. Das Gefühlvon dem ich spreche, ist ein durchaus selbstisches; dieGefühle dagegen, welche aus dem Bewnstsein derFreiheit hervorgehen, schweifen eher zu den wilde-sten Extremen allgemeiner Philanthropie aus. Ein-heit und Gleichheit sind die Schlagwörter der Volks-gewalt; und Ungeselligkeit mag die Begleiterin derFreiheit sein, ist aber sicherlich nicht ihr karakteri-stisches Abzeichen.
Der Franzose geniest dieselbe Sicherheit desEigenthums und dasselbe Bewnstsein der Freiheit,dessen sich der Engländer rühmt, seit lange; aberdieser Vorzug hat den Kreis seiner Zuneigungeneher noch erweitert als verengert. Dadurch daß erein Bürger geworden ist, hat er nicht aufgehört,sich unter seines Gleichen zu mischen; vielleicht denkter der Verband von Freiheit und Ungeselligkeit würdeminder einen civilisirten als einen wilden Standder Menschheit bezeichnen. Ew. Excellenz hat da-gegen bemerkt, daß bei uns Iederman, die höchstenStände ausgenommen, sehr einsam lebt. Unsre