St 12
Staatsmann sey. Aber wißt Ihr, was ans mir hätte wer-den können, wenn ich nicht als der natürliche Sohn einesPeers in die Welt gekommen wäre? Könnt Ihr Euch denken,was ich sehn würde, wenn mir Nora Avenel als Weib zurSeite gestanden hätte? Der Flecken auf meiner Geburt undjene Demüthigung des Jünglings — dazu das Bewußtscyn,daß dieser Mensch, der mit jedem Jahr in dem Range stieg,welcher ihn berechtigte, mich als Gast non seiner Tafel zu-rückzuweiscn — daß dieser Mensch, welchen die Welt als einMuster aller Gentlemen ausrief, ein Feigling und ein Lügnergegen den Freund seiner Jugend war — alles DieS wirktezusammen, um mich mit Verachtung gegen die Welt zu er-füllen — namentlich aber gegen Audley Egcrton, den ichzugleich haßte und beneidete. Ihr, den er schwer gekränkthat, bietet wieder wie zuvor dem großen Staatsmann EureHand, während Ihr vor meiner Berührung wie vor dereines Pestkranken zurückschreckt. Mein Lord, Ihr mögt demMann vergeben, den Ihr liebt und bemitleidet, aber ichkann dem nicht verzeihen, den ich verachte und beneide.Entschuldigt meine Weitschweifigkeit. Ich verlasse jetzt EuerHaus."
Der Baron ging einen Schritt weit, kehrte aber wiederum und sagte mit einem tödtlichen Hohne —
„Aber Ihr werdet Egerton mittheilen, wie ich dazubehilflich war, den Sohn bloßznstcllen, den er adoptirte!Ich dachte an den kinderlosen Mann, als Eure Gnaden sicheinbildete, ich handle blos aus Furcht vor Euren Drohungen,Ha! ha! — dies wird ein Stachel seyn,"