Dreißigstes Kapitel.
Unter den dunkler werdenden Schatten der Dämmerungging Randal Leslie durch den Park auf LanSmere Housc zu.Er hatte sich noch vor dem Schluß der Abstimmung fortge-schlichen, für seinen Rückzug die Nebengassen benützt und denWeg durch das lautlose Gehölz auf des Grafen stattlichenWaidegründen cingeschlagen. Seine Gedanken verwirrtensich in Mnthmaßungen, wie ihm dieses befremdliche Miß-geschick begegnen konnte, indem er dasselbe cinestheils demEinfluß Leonards auf Avenel zuschrieb, andererseits aberauch Harley im Verdacht hatte und seine Zweifel auf denBaron Levy warf. Er suchte nun zu ermitteln, durch wel-chen Urthcilsfehler er sich bloßgestellt, welchen Schlich ervergessen, welchen Faden in seinem Gewebe er brüchig oderunvollständig gelassen hatte, konnte aber nichts entdecken.Seine Fähigkeit schien ihm unanfechtbar zu sehn — totustei-os atgue rotunäus. Und dann durchzuckte seine Brust einpeinliches Weh, peinlicher als das des in seinen Hoffnungengetäuschten Ehrgeizes — das Gefühl, daß er hintergangen,an der Nase herumgeführt und verrathen worden sey. Dennfür alle Lebenden ist die Wahrheit eine so unbedingte Noth-wendigkeit, daß selbst der tückischste Berräther staunt, sich ge-kränkt fühlt und die Pfeiler der Erde erschüttert wähnt, wennder Verrath ihm heimgegeben wird. „Daß Richard Avenelmich betrügen konnte, auf den ich doch so großes Vertrauensetzte!" murmelte Randal, und seine Lippe bebte.
Er befand sich noch in der Mitte des Parks, als ein