Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
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2009
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2009

Wesen, aus den aufrichtigen Tiefen meines Herzens hervor-gebrochen seyn würde, so könnte ich mir nur vorstellen, daßIhr Euch selbst täuschet und Eurer Antwort nichts weiterzu Grunde liege, als der erste flüchtige, verblendende Traumeines Märchens. Wäret Ihr meine Braut, Violantc, sowürde ich nur Euer herrliches Wesen herabwürdigen durchden Fluch meines Mißtrauens, und bei jedem Wort derZärtlichkeit hörte ich mein argwöhnisches Herz sprechen:'Wie lange wird dies währen? Wann wird die Enttäu-schung kommen?' Eure Schönheit und Eure hohen Eigen-schaften würde» mir eifersüchtigen Schrecken cinjagen undewig müßte ich aus der Gegenwart in die Zukunft fliehenund mir sagen: 'Diese Haare werden grau seyn, währendschmeichelnd die Jugend sie im Höhenpunkt ihrer Reize um-gibt.' Warum also Haffe und verfluche ich meinen Feind?Warum füllt sich mein Geist mit Entwürfen der Rache? Ichbegreife es jetzt. Ich wußte, daß etwas Gebieterischeres alsder Geist der Vergangenheit mich vorwärts drängte, und wieich Euch so vor mir sehe, wird mir klar, daß es das unbe-stimmte Gefühl eines gewaltigen, unschätzbaren Verlusteswar. Dieses Gefühl gilt nicht der todten Nora nein,der lebenden Mokante. Seht mich nicht mit so vorwurfs-vollen Augen an; sie können nichts ändern an meinem Ent-schluß , vermögen nicht den Argwohn zu bannen aus meinerkranken Seele und sind nicht im Stande, dieses gespenstischeZwielicht in Sonnenschein umzuwandeln. Geht jetzt, geht,und überlaßt mich der einzigen Wonne, die keine Täuschungzur Folge hat dem einzigen Gefühl, das mich noch mit