LOOS
gen kann — so stand an dem Herd seiner Väter und an demAbgrnnde einer Seelenpein und Schande, die nicht mehrauszutilgen sind — der entschlossene, übermüthige Mann.
Eine Hand ist an der Thüre — er hört sie nicht, eineGestalt schwebt über die Schwelle — er sieht sie nicht;ein leichter Schritt hält inne und ein sanftes Auge blickt ans— er ist taub und blind für beides.
Muth fassend kam Violante näher und trat vor denHerd an seine Seite.
Meunundzwanzigftes Kapitel.
„Lord L'Estrange — edler Freund!"
„Ihr? — und hier — Violante? Sucht Ihr mich?Weßwegen? Gütiger Himmel, was ist vorgefallen? Warumseyd Ihr so blaß — warum zittert Ihr?"
„Habt Ihr Helen vergeben?" entgegnete Violante,mit einer ausweichenden Frage beginnend, und ihre Wangezeigte keine Bläffe mehr.
„Helen — das arme Kind! Ich habe ihr nichts zuvergeben, aber für viel zu danken. Sic ist offen und ehrlichgewesen."
„Und Leonard — den ich von meiner Kindheit her kenne— Ihr habt ihm verziehen?"
„Schöne Vermittlerin," erwähnte Harley lächelnd, ob-schon mit Kälte, „glücklich ist der Mensch, der Andere täuscht,denn Alles legt Fürsprache für ihn ein. Und wenn der Ge-
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