1949
und bereitete den ungeduldigen Zuhörern eine große Beruhi-gung, als er nach einem Dutzend gcnäseltcr Phrasen über„das Mondlicht des Daseyns" und die „Oase in der Wüste"Plötzlich abbrach. Dieses Mißlingen wurde jedoch durchLeonards Sekundaten wieder gut gemacht — einen Schnei-dermeister, der ein geübter Sprecher und ein ernster denken-der Mann war und den von ihm bewunderten Leonard Fair-ficld aufrichtig lieb gewonnen hatte. Er trug seine Ansichtenkurz und einfach vor, erklärte sein volles Vertrauen zu Leo-nards Talenten und Ehrenhaftigkeit und fand Nnklang, weiler sich mit Gefühl ansdrückte.
Nachdem diese Einleitungsreden vorüber waren, folgteeine tiefe Stille, und Audlep Egerton erhob sich.
Schon bei den ersten Paar Sätzen fühlten alle Anwesen-den , daß jetzt ein Mann sprach, welcher gewöhnt war, überdie Aufmerksamkeit zu gebieten und seinen Ansichten das Ge-wicht einer anerkannten Autorität zu verleihen. Der lang-same Vortrag mit der abgemessenen Betonung, die Ruhein der männlichen Haltung und der Anstand in dem einfachenGeberdeistpiel — Alles bekundete würdevoll den Ministereines großen Reichs, der weniger durch leidenschaftliche Be-redsamkeit die Versammlungen anfregtc als für das Urtheildes Scharfblicks und der Erfahrung ihre schweigende Achturgerzwang. Was übrigens bei einem Andern als förmlich undschulmeisterhaft erschienen wäre, wurde bei Egerton durchdie Geberden, den Ton und die Haltung des Gentlemangehoben — ein Zauber, der auch bei der ungebildetste»Zuhörerschaft verfängt. Er besaß schon im Privatleben diese