Druckschrift 
12/17 (1853)
Entstehung
Seite
1899
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1899

schwingen, düsterer wird und die Blumen, über denen sieschweben, an der Oberstäche der Erde erbleichen, wohl nochSamen ansstreuend, der aber bald unter der Rinde des Bo-dens sich dem Auge entzieht.

„Tochter," sagte Niccabocca, indem er mit liebkosen-dem Arm Violante an seine Seite zog — „Tochter, Dustehst, wie diejenigen, welche sich dem Süden zuwenden,noch immer die Sonnenseite einer Landschaft aufstndcn kön-nen. In allen Jahreszeiten des Lebens hängt die Kälte undWärme nur von dcni Standpunkt ab, den wir wählen. Setz'dich nieder und laß ein vernünftiges Wort mit Dir sprechen."

Violante nahm gehorsam Platz und umfaßte die Handihres Vaters mit den ihrigen. Vernünftiges Wort — einharter Ausdruck für das Ohr des Gefühls!

„Du bebst sogar vor der Ansprache, vor der Gegenwartdes Freiers zurück," fuhr Niccabocca fort, „den als Deine»Bräutigam zu betrachten Dich meine Ehre verpflichtet."

Violante zog ihre Hände zurück und bedeckte damitschaudernd ihre Angen.

„Aber," nahm Niccabocca ärgerlich wieder auf, „diesheißt nicht der Vernunft Gehör schenken. Ich könnte gegenMr. Leslie Einwendungen erheben, weil weder sein Rangnoch sein Vermögen ihn zu einem entsprechenden Freier umeine Tochter meines Hauses machen. Dies wäre ein Grund,den alle Welt bei einem Vater als vernünftig anerkennenwürde — es sey denn," fügte der arme Philosoph mit einemgewaltsamen Anlauf zur Munterkeit bei, indem er nacheinen« Sprichwort griff, das ihn, helfen sollte — „es sey